und anderer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, c. 79
ſich auf die Geſichtsbildungen verſtehen wollen, legen dies als ein Zeichen der Geilheitaus: daher trift man auch bey den Statuen der Venus oft einen Delphin an. ImPallaſt Farneſe zu Rom ſieht man einen Delphin, der den Liebesgott mit ſeinemSchwanze umwunden, in die Hoͤhe haͤlt. Man glaubte vor Alters die Delphinen truͤ—den überhaupt viel Liebe zu den Menſchen, beſonders aber zu den Knaben. Und weil esekannt, daß Socrates nicht nur den jungen Aleibiades, ſondern auch mehr ſchöneKnaben geliebet, ſo kann es ſeyn, daß ſich ſein Kopf deswegen in gegenwaͤrtiger Figurin einen Delphin endiget. Einige wollen den Socrates zwar vertheidigen und ſagen,er habe nur das ſchoͤne in der Natur vorzuͤglich geſchaͤtzet, und ein Vergnuͤgen darangehabt etwas vollkommenes und angenehmes zu ſehen, und daher ſey dies blos einePlatoniſche Liebe zu nennen; andere verfahren aber nicht ſo glimpflich, ſondern geben
ihn einer unnatuͤrlichen und ſehr laſterhaften Neigung ſchuld.
Calliſthenes.d Dieſer Kopf iſt von einer marmornen Tafel von erhabner Arbeit genommen, und pute.le Unterſchrift bangen giebt zu erkennen, weſſen er ſeyi. Gleich daran bemerkt man“110 Stuͤck eines andern Kopfs darunter nichts mehr zu leſen als., daraus zud lieſſen, daß es ein Lyſimachus geweſen. Es laßt ſich ſchwer beſtimmen, welcherCalliſthenes hier gemeint ſey, denn das Alterthum zeigt uns deren verſchiedene. EinerBar ein komiſcher Dichter, welchen Athenaͤus und andere lieber Callias nennen wollen.Otrabo und Antiphanes gedenken jedweder eines dieſes Nahmens. Diodor erwehnt,zu Socrates Zeiten habe ein Calliſthenes und Theopomp gelebt. Derjenige Calliſthe-nes, der ein Enkel des Ariſtoteles war, und den Alexander der Groſſe umbringen ließ,arb jung, und war nach Plutarchs Beſchreibung fett. Er kann alſo hier nicht ab-gebildet ſeyn. Letzterer hatte einen Athenienſiſchen Seiler zum Vater, und wurde da-her ſcherzweiſe ein Strick(Funiculus) genannt.
L. Cornelius Lentulus.
Des Lentulus Bild iſt aus einer zu Tibur gefundenen kupfernen Tafel entlehnet: platte a.Man lieſet folgende Aufſchrift daran: I. Cornelius. Cn. F. Pr. Conſ. A. D. III. No-“Aas. Maias. ſub. aede. Raſtoris. Die Antwort welche auf dieſer Tafel ſteht, iſt eben
wenige, welche Lentulus 594. Jahr nach Erbauung der Stadt den Einwohnern zuwur gab, und die in den Büchern der Rathſchluͤſſe des Römiſchen Raths zu finden.8 Burger hatten gegen den Rath zu Rom ſchimpfliche Reden geführt, und wurdenderdurch freygeſprochen, welches ihnen ſo angenehm war, daß ſie dem Rath, und in-abet dem Lentulus zu Ehren die Tafel nebſt dem Bilde des Lentulus verfertigenen.
Cleopatra und Antiochus.Medaille von Bronze.
6 Wir finden dieſe beyden Koͤpfe, welche von einer Muͤnze genommen ſind, auch puterIhm Urſinus. Sie ſehen einander in Anſehung der Geſichtszuͤge ziemlich ahnlich.
aſelbſt wird der maͤnnliche Kopf fuͤr den Antiochus, mit dem Zunahmen Gryphusdeen ſeiner krummen Naſe, gehalten. Dies laßt ſich aber nicht wohl zuſammenteimen, denn nach Juſtins Geſtaͤndniß hieß des Antiochus Gemahlin Gryphina: aus
er Ueberſchrift erhellet aber ganz deutlich, daß hier eine Cleopatra vorgeſtellt werde;
enn es ſteht auf der Muͤnze B KA οαν) Yπο Req Avriνοο.Vollte man vorgeben, hier ſey des Antiochus ſeine Mutter Cleopatra gemeint, ſo
reitet die junge Geſichtsbildung der Cleopatra dawider, woraus man den.
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