Band 
Sechster Band.
Seite
89
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und anderer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, ꝛc. 89

909 0 daß er den Spurius Melius, welcher die Roͤmer unter ſeine Bothmaͤßigkeit zu

8 dachte, erwürgte. Florus ſagt, die That ſey auf Befehl des Dictator Ouin-

10 mitten auf dem Markte geſchehen. Valerius Maximus bekraftiget es, und ſetzt

46 hinzu, er ſey zur Belohnung, daß er ſeinen Mitbuͤrgern die Freiheit erhalten,

9 5 Elend verwieſen worden. Dieſes geſchahe 316. Jahre nach der Er-oms.

Rufus.

Muͤnze von Bronze.

ſtm Weil die Worte auf dieſer Muͤnze abgekuͤrzt ſind, ſo kann man nicht eigentlich be⸗ Planer.menen, ob dieſer Rufus Pomponius, Pompilius oder Pompeus mit den andern Nah-en geheiſſenz denn wir finden alle dieſe Nahmen in der roͤmiſchen Geſchichte. Glan-orp in ſeinem Buche von den roͤmiſchen Familien, ſetzt ihn in das Geſchlecht der Pom-peier, wenn er ſpricht: L. Cornelius Sylla Dictator Collega Q. Pompeji Kufi inOnſulatu. Die Worte Q. Pompeius Rufus Coſ. laſſen ſich nicht wohl auf einenandern deuten. Inzwiſchen wollen wir es dem Leſer üͤberlaſſen, und uns mit der Ab-dung begnuͤgen.

Perſſus.Nach einem Marmor.

Perſius hat ſich durch ſeine Satyren ſo bekannt gemacht, daß es dem Liebhaber glatter.nicht unangenehm ſeyn wird, ſein Bild hier vor Augen zu ſehen: Es iſt daſſelbe nach 3.mer marmornen Tafel abgezeichnet, welche ehemals dem Cardinal Jacob Sadoleti zu-

andig geweſen. Inzwiſchen ſind es nur Muthmaſſungen. Beſagter Cardinal hielte

Kopf fuͤr einen Perſius, nicht nur weil er mit einem Epheukranz gekroͤnt iſt, ſon-

ern auch weil die Beſchreibung, die der Grammaticker Cornutus von ihm giebt, ſehr

vohl damit uͤbereinſtimmt. Er ſagt: Fuit vero Perſius moribus leniſſimis, ac virgi-

all fere verecundia, formaque modeſta ac pulchra. Er lebte zu den Zeiten desKaiſers Nero, und ſtarb am Magenweh im dreyßigſten Jahre ſeines Alters.

N Marcellus.Claudius Marcellus war des Auguſts Schweſter Sohn von der Octavia. Der platte.

Kaiser gab ihm ſeine Tochter Julia, und ernennte ihn zum Baumeiſter Man machte“e ſeinethalben eine Ausnahme von den Geſetzen, und erlaubte, daß er zehen Jahrher als gewohnlich in den Rath treten konnte. Allein die groſſe Hofnung, die Au-mit Recht auf ihn geſetzt hatte, wurde durch ſeinen fruͤhen Tod vereitelt. Erarb in der Bluͤthe ſeiner Jahre, und Auguſt hielt ihm eine oͤffentliche Lobrede, und einprächtiges Leichenbegaͤngniß. Er befahl, daß ſein Bild von Gold bey den Schauſpie-u, unter denen vom Rathe ſollte geſetzt werden: und es ward ihm zu Ehren ein be-onders Theater errichtet.

Antinous.Ein geſchittener Stein.

ſe Dies iſt der Kopf des beruͤhmten Lieblings vom Kaiſer Hadrian. Einige wollen er platter;o im Nil ertrunken/ andere er ſey auf dem Nil erkranket, und darauf geſtorben. Der.aiſer war untröſtbar, denn er hatte ihn als einen Abgott geliebet, und deswegen be-ahl er auch ihm nach ſeinem Tode göttliche Ehre zu erweiſen. In allen Tempeln Aſiensurden ihm Statuen errichtet. Pauſanias erzehlt, der Kaiſer habe den AntinousII. Sauptth. VI. Band.(M) 595