Band 
Siebender Band.
JPEG-Download
 

Einleitung.nommen wurde. Die darauf erfolgten Streitigkeiten derKirche im Orient und Oceident, ob der Bilderdienſt erlaubtſey, unterdruͤckten die Kuͤnſte noch mehr. Nachdem dieſerStreit einige hundert Jahr gewaͤhrt, wurde er wohl endlichbeygelegt, und die Bilder wurden in den Kirchen zugeſtan-den. Gleichwol konnten ſich die Kuͤnſte lange nicht heben.Der Geſchmack war zu ſehr verlohren, zu geſchweigen daßeine Kunſt nie auf einmal zur Vollkommenheit gelanget. Esfehlte an Beſchuͤtzern derſelben, die durch Belohnungen denFleiß zu ermuntern ſuchten. Die Mißhelligkeiten zwiſchenden Kaiſern und Paͤbſten gaben Urſache zu beſtaͤndigen Unru-hen in Italien; daher bekamen die Kuͤnſtler, die ſich gleich-wol hin und wieder hervorthaten, ſelten Gelegenheit ſich zuzeigen und etwas zu verdienen; bis endlich bey der nachheri-gen Ruhe, viele reiche Kloͤſter und Kirchen anſehnlichtSummen darauf wendeten und den Kuͤnſtlern Mittel an dieHand gaben ihre Geſchicklichkeit zu beweiſen, und ſie da-durch gar bald ermunterten. Sie ſiengen an ſich ausdem ſchlechten Geſchmacke zu erheben, und giengen mitgroſſen Schritten derjenigen Stuffe der Vollkommenheitentgegen, welche wir heutiges Tages daran bewundern.Wie dieſes nach und nach geſchehen, und welche Meiſter ſichhauptſaͤchlich einen groſſen Ruhm erworben, werden wir unsbemuͤhen in der Folge zu zeigen, und ihre Lebensgeſchichtezugleich kuͤrzlich abhandeln.