und ein und zwanzig andern Ruͤnſtlern. 365
genieur, und Vorſteher der Feſtungswerke in Zuͤrch; Er aͤußerte von Jugend auf einauſſerordentliches Genie zum Zeichnen, daher der Vater beſchloß, ihn den Kuͤnſten zu
idmen. Die Sammlung von Handzeichnungen, Kupferſtichen, und Malereyen,welche der Vaker beſaß, gaben dem Sohne Gelegenheit, ſeiner Neigung ein Genuͤge zueiſten, und ſich drey Jahre lang im Zeichnen zu uͤben. Er verfertigte eine MengeKeichnungen mit der Feder und grau in grau. Darauf ſchickte der Vater ihn in dieSchule des Zürcher Malers, Conrad Meyer, welcher ſowohl gute Figuren als Land-ſchaften malte und auch in Kupfer aͤtzte. Unter deſſen Anfuͤhrung brachte Werdmuͤl-ler es in drey Jahren ſo weit, daß er ſich nicht ſchaͤmen durfte, ſeine Arbeit Kennernſehen zu laſſen.
Als er wieder in ſeines Vaters Haus kam, kopirte er verſchiedne von deſſenGemaͤlden, unter andern eine Suſanna, ſo ſchoͤn, daß man ſie faſt nicht vom Originals Paul Veroneſe unterſcheiden konnte. Anbey malte er auch Bildniſſe und ver-ſchiedene Fruchtſtuͤcke, Landſchaften mit Felſen und hohen Baͤumen, alles ſehr glüͤck-ich nach der Natur. Zugleich legte er ſich auch auf die kriegs und buͤrgerliche Bau-unſt, und gab allerley ſchöne Riſſe an. Er hielte ſich einen Winter bey dem Blu-menmaler Morell in Frankfurt auf, und reiſte nach Amſterdam. Die hollaͤndiſcheuft bekam ihm aber ſo bel, daß er in eine gefährliche Krankheit fiel, und nach ſeinerweneſung wieder nach Zuͤrch eilen mußte. Er legte ſich nunmehr auf die Hydraulick,und verfertigte nach ſeines Vaters Erfindung, eine neue Art von Feuerſpruͤtzen.erdmüller entſchloß ſich darauf zu einer Reiſe nach Paris, und machte ſich aufen Weg, er war aber noch nicht weit von der Stadt, ſo kehrte er wieder um,und hatte das Unglück, als er das Pferd im finſtern vor ſich herfuͤhren ließ, in dieAl, worauf das Holz nach Zuͤrch gefloͤßt wird, zu fallen, und zu ertrinken.Die Werke, welche er bey ſo jungen Jahren geliefert hatte, waren ein Beweiß,bie viel die Kunſt durch ihn verlohr, und wie viel ſchoͤne Werke man noch zu erwar-en gehabt haͤtte. Dies geſchahe im Jahr 1668. Sein Bildniß iſt auf der Platte1, O. zu ſehen. Er hatte drey Bruͤder, Jacob, Heinrich, und Conrad, welche ſichinsgeſammt auf die Malerey und Baukunſt legten.
296. Juriagen Ovens.Juriaen Ovens war im Jahr 1620. zu Amſterdam gebohren, gieng in Rem-brands Schule, und ward ein vortreflicher Künſtler in Nachtſtüͤcken, die er mit einenungemein kraͤftigen Kolorit, und mit einer klugen Behandlung des Lichts ausfuͤhrte.Auf dem Rathhauſe zu Amſterdam ſieht man ein ſchoͤnes Stuͤck von 1 Hand, wel-es die Zuſammenverſchwöͤrung des Claudius Civilis vorſtellt, wobey die nen ſeiner Mitverſchwornen bey einer Abendmahlzeit in dem Walde. Schlacker-boſch genannt, abgebildet ſind. Er arbeitete um das Jahr 1675. an dem Herzoglichenollſteiniſchen Hofe zu Friedrichsſtadt.207. Steinwinkel.Steinwinkel war um das Jahr 1640. ein berühmter Maler am däniſchen Hofe,vornaͤmlich beſtund ſeine Starke im Pferdemalen. Er verfertigte eines dergleichen ſoatuͤrlich, daß das Lebendige hinzueilte, und anfieng zu wiehern. Konig Chriſtian IV.hͤtzte ihn wegen dieſes Kunſtſtuͤkkes ſehr hoch.298. Willinger.
7„ 5 8 5 2 81 hur-Willinger war ein guter Hiſtorienmaler, welcher zu Sandrarts Zeiten amerandenburgiſchen Hofe zu Berlin lebte. Er malte auch Bildniſſe in van Dycks Ma-
r, desgleichen auf naſſem Kalk.5 33 3 299. Sa-