386 Kap. 24. Von ſieben und dreyßig Kuͤnſtlern,
N 36. David Heſchler. iDaoid Heſchler war aus Memmingen gebürtig, lernte bey ſeinem Vater Si-gismund Heſchler, und wurde ein guter Meiſter in der Bildhauerkunſt. Seine meiſteArbeit beſtund in helfenbeinernen Figuren, die man ſtark ſuchte, weil ſie mit vielerGeſchicklichkeit und richtiger Zeichnung geſchnitten waren.
37. Johann Ulrich Huͤrdter.
Johann Ulrich Huͤrdter war eigentlich von Zuͤrch aus der Schweitz, kam aberbey der Gelegenheit, daß er die Kunſt von jetztgedachtem Heſchler erlernte, nach Ulm,und ließ ſich daſelbſt wohnhaft nieder. Er ahmte des Lehrmeiſters Art zu arbeitennach, machte viele Vaſen, Trinkgeſchirre und dergleichen von Helfenbein, die ſehtkuͤnſtlich mit allerley Figuren ausgearbeitet waren. Er schnitte ſeine Figuren thel?erhaben theils flach darauf, und waͤhlte gemeiniglich allerhand Hiſtorien, Verwand-lungen, Bachanalien, Triumphe, Nymphen und Liebesgoͤtter dazu. Er verfer-tigte aber auch freyſtehende Figuren und Gruppen. Man lobte an ihm eine richtigeZeichnung, eine feſte Hand, und ungemeine Leichtigkeit in der Ausfuͤhrung.
Anhang.
38. Johann Philipp Preiß.
Johann Philipp Preiß, aus Wurzburg, war ein guter Bildhauer, und in delKriegs⸗ und Civilbaukunſt ſehr erfahren, wovon er in Italien Proben abgelegt hat. 6befand ſich oft in dürftigen Umſtaͤnden, und ſeine Talente wurden nicht genug erkannt.Man ſieht von ſeiner Hand viele Werke in dem Domſtift zu Bamberg, und noch meh-rere zu Wuͤrzburg, nämlich Statuen von allerley Groͤſſe, und auch Gebäude, welcheer für den damaligen Biſchof des letztern Orts aufuͤhrte. Er lebte zu SandrartZeiten, und hatte zwey Soͤhne, deren einer ſich lange in Rom, und der andre inNuͤrnberg aufgehalten hat.
39. Melchior Barthel.
8 Melchior Barthel, ein Bildhauer aus Sachſen gebürtig, welcher ſich uber0 N** 1 7 7zwanzig Jahre in Venedig und Rom aufgehalten, und es in ſeiner Kunſt ſehr weit g.bracht hat. Nachdem er daſelbſt viele gute Werke hinterlaſſen, kehrte er wieder inſein Vaterland, wo ſeine Verdienſte nicht genug geſchaͤzt wurden. Er ſtarb 1
zu Dresden in ſchlechten Umſtaͤnden, und wurde von Kennern bedauert. Sein Bniß ſiehe auf der Platte O. O.
40. Peter Carl.
Peter Carl, ein beruͤhmter Baumeiſter zu Helling unweit Nuͤrnberg, im 91541. gebohren. Fuͤhrte an der Fleiſchbruͤcke zu Nurnberg ein Meiſterſtuͤck auf, wa,che aus einem einzigen Bogen beſteht, und 97. Schuh weit geſpannt iſt. Das Fundment derſelben iſt auf einem Roſt gelegt, welcher aus 2123. Pfählen beſteht. 775hoͤzerne Bogen, woruͤber das Gewoͤlbe geſchlagen wurde, war ſo kuͤnſlich eingerichte 1daß er nach Ausſchlagung einiger hölzernen Nägel plötzlich zuſammen fiel, da ſich dan,das ſteinerne Gewoͤlbe mit groſſem Krachen um ein paar Schuhe ſetzte, und nachhends unverrückt ſtehen blieb. Er ward auch nach Heydelberg berufen, wo er 0dem runden Thurm einen Dachſtuhl von ſo kuͤnſtlichem Haͤngwerke machte, als fkeiner der daſigen Architekten getrauet hatte. Er ſtarb daſelbſt im Jahr 1617.
41. Johann Carl..a Johann Carl, des vorigen Sohn, 1378 geboren, wurde ein geſchickter Besmeiſter und Ingenieur. Er gab eine Anleitung zur Artillerie heraus, bauete die 1 ge