Kap. 26. Von dreyzehn franzoͤſiſchen Malern. 411
legte ſich auf die Arzneygelahrheit, malte aber dabey zum Vergnuͤgen kleine Conver-ſationsſtuͤcke im Geſchmack des Watteau mit Waſſerfarben. Er ſtarb 1719. Deralte Lorenz de la Hire malte in ſeinen letzten Jahren nichts als Staffeleygemälde,welche bey den Liebhabern eines feinen Pinſels im Werthe ſind. Er ſtarb 1656.2— Handzeichnungen ſind auſſerordentlich fleißig, aber maniert wie ſeine Ge-maͤlde.
12. Franz Perrier.
Franz Perrier war um das Jahr 1590. zu Macon in Burgund gebohren.Sein Genie zur Malerey zeigte ſich ſehr fruͤhzeitig, deswegen ſchickten die Eltern ihnnach Lyon in die Schule eines unbekannten Malers. Weil er arm war, und gleich-wol einen auſſerordentlichen Trieb hatte, Italien zu beſuchen, ſo entſchloß er ſich alsWegweiſer eines Blinden, welcher eine Wallfahrt nach Rom that, dahin zu gehen.Anfangs kopirte er Bilder fuͤr einen gewiſſen Gemaͤldehaͤndler, bey welchem der be—kannte Lanfranco ihn kennen und ſchaͤtzen lernte. Er gab den jungen Perrier einigenUnterricht, wodurch dieſer ſich merklich beſſerte.
Er hielt ſich lange in Rom auf, bey der Ruͤckreiſe malte er in Lyon, und inſeiner Vaterſtadt Macon, wo man ſeine leichte Manier, die er aus Italien mitge-bracht hatte, bewunderte. An den letztern Orte radirte er auch einige Blaͤtter. Per-rier gieng nach Paris, fand aber den gehoften Beyfall nicht, weil Vouet in der Modewar, und deſſen Partey des Perrier Arbeit fuͤr hart und unangenehm ausgab. Erentſchloß ſich deswegen 1635. zum zweytenmal nach Italien zu gehen. Wahrenddieſes letzten Aufenthalts ſtach er viele antike Statuen in Kupfer. Dieſe Sammlungwird noch heutiges Tages mehr geſchaͤtzt als ſeine Gemaͤlde. Nach einem zehnjaͤhrigenAufenthalte gieng er zum zweytenmal nach Paris, und malte meiſtens Staffeleygemal-de. Er ſtarb 1650. Perrier beſaß viel Genie und Feuer, zeichnete aber zuweilenunrichtig. Sein Kolorit war hart und dunkel.
Wilhelm Perrier war ein Bruderſohn und Schuler des vorigen. Er hatviel von der Manier ſeines Oheims. Er malte groſſe Altarblaͤtter, und auch kleineStucke. Er ſtarb 165 5. im Kloſter der Minimen zu Paris, bey denen er ſeine Si-cherheit ſuchte, weil er jemand ermordet hatte.
13. Sebaſtian Bourdon.
Sebaſtian Bourdon, einer der beſten franzoͤſiſchen Kuͤnſtler, welcher zuMontpellier gebohren war, und den erſten Unterricht von ſeinem Vater einem Glas-maler genoß. In Paris kam er gleichfalls zu einem mittelmäßigen Maler, aber ſeineignes Genie hob ihn bald uͤber den Meiſter empor. Im vierzehnten Jahre malteer bereits eine Decke in Bordeaux, gieng nach Toulouſe, und ward, weil er nichtszu verdienen fand, ein Soldat. Aber ſein Kapitaͤn, der ſeine Geſchicklichkeit imZeichnen merkte, gab ihm deswegen bald den Abſchied. Im achtzehnten Jahregieng er nach Italien, machte mit e Bekanntſchaft, und e eine
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