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422 Kap. 27. Sechzehn franzoͤſiſche Kupferſtecher.

nen im ganzen betrachtet vieles Lob. Das vom Kardinal Bentivoglio nach van Dyckwird fuͤr eines ſeiner beſten gehalten.

Iſrael hat einige Landſchaften und Proſpekte radirt, er war aber mehr einVerleger, der andre arbeiten ließ, und dieſe Blaͤtter nur herausgab. Auf die Arthandelte er viele Platten des beruͤhmten Callot an ſich, daher auf den ſpaͤtern Ab-druͤcken davon Iſrael excudit ſtehet.

II. Anton Maſſon.

Anton Maſſon, gebohren im Jahr 1636 zu Loury bey Orleans. Dieſer Kuͤnſt-ler iſt in ſeiner Art einer der groͤſten die jemals gelebt haben. Seine Bildniſſe nachMignard und andern Meiſtern, und ſeine wenigen hiſtoriſchen Blaͤtter ſind unver-beſſerlich. Sein Grabſtichel iſt feſt und angenehm. Ob er gleich die Koͤpfe ſeinerBildniſſe ſehr groß, ja zum Theil faſt in Lebensgroͤſſe machte, ſo ſind die Schraf-firungen doch meiſterhaft, und geben allen Theilen eine ſanfte Rundung, und die ge—hoͤrige Staͤrke. Seine Bildniſſe ſind als Gemaͤlde zu betrachten, es iſt nicht moͤglichmehr mit einer Farbe herauszubringen als er mit dem Grabſtichel gethan. Fuͤr die beſtenBildniſſe des Maſſon werden die von dem Herzog von Harcourt und dem Criminal-lieutenant von Lyon gehalten. Die andern, als die von den Koͤniginnen von Frank—reich, von den beyden gelehrten Patins, von Briſacier und ſo weiter, ſind nicht we—niger ſchaͤbbar.

In dem beruͤhmten Blatte nach Tizian aus der koͤniglichen Sammlung, wel—ches die Juͤnger zu Emaus vorſtellt, iſt alle Kunſt des Grabſtichels vereinigt. Mannennt es nur, wegen der in dem Tiſchtuche bewieſenen Kunſt des Kupferſtechers, ſo-wohl in Frankreich als in Italien das Tiſchtuch von Maſſon, und die ſchoͤnen Ab—druͤcke werden mit drey bis vier Louisdor bezahlt. In dem von Herrn von Scheib imJahr 1770 herausgegebnen Koͤremon wird dieſes Blat kunſtmaͤßig zergliedert, undgezeigt, daß der Kuͤnſtler darinn uͤber dreyßig verſchiedne Arten von Stich angebrachthat: wenn man dieſes Blat nach ſolcher Beſchreibung durchgeht, ſo muß man aller-dings uͤber die Kunſt des Meiſters erſtaunen.

ö Einige behaupten, daß Maſſon ſich bey ſeiner Arbeit einer ganz beſondernManier bedient habe, denn anſtatt, daß man gemeiniglich die Hand, mit welcherman den Grabſtichel fuͤhrt, bewegt, hielt Maſſon dieſe Hand feſt und unbeweglich,und drehete mit der andern die Platte nach Erforderung der Striche, welche derGrabſtichel eingraben ſollte, herum. Dieſer groſſe Kuͤnſtler ward im Jahr 1679.zum Mitgliede der pariſer Malerakademie aufgenommen, und ſtarb im Jahr 1700,Man findet auch geſtochene Bildniſſe von Magdalena Maſſon mit der Jahrzahl 1678.

12. Huret, Daret, und Danet.

Huret war aus Lyon gebuͤrtig, und legte ſich auf das Kupferſtechen. Auſſel

einigen Bildniſſen nach Champagne und Beaubrun, hat er nichts nach andern 11210