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Katharina II. von Russland : August der Starke - Kurfürst von Sachsen, König von Polen ; Papst Alexander VI. ; Karl Leopold - Herzog zu Mecklenburg-Schwerin ; Ludwig XIV. - König von Frankreich
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grasen mit Feuer und Schwert die slavischen Elbländer ding-lichen und denneuen Glauben" verbreiten.

Welcher Art dieser neue Glaube war, können wir klargenug auS dem Munde einwandfreier Zeitgenossen entnehmen:Die Unsrigen", berichtet der Domherr Adam von Bremenüber einen dieser sächsischen Bekehrungszüge,kehrtentriumphirend heim; vom Christenthum aber war nicht dieRede, denn die Sieger waren nur auf Beute bedacht." UndSwano, König von Dänemark, äußerte von den Sachsen:Ihnen steht der Sinn mehr nach der Zahlung von Steuern,als nach der Bekehrung der Heiden."

Im Beginn dieser blutigen Rassenkämpfe, unter KaiserOtto, mochten sich immerhin vielleicht noch gewissehöhere"Ziele mit den sächsischen Raubzügen verbinden. Der Gednn^der zweiköpfigen, päpstliche kaiserlichen Universalherrschaft hattefür die frischbekehrten sächsischen Barbaren noch einen gewissenReiz, und so sehen wir denn unter Ottos Regierung in denannektirten wendischen Gauen neben den markgräflichen Zwing-burgen gleichzeitig Bischofsitze erstehen, die den weltlichenMachtgebern zur Hand gehen und vorarbeiten sollen und dafürmit reichen Antheilen an dem eroberten Grund und Bodenentlohnt werden.

Aber Rom lag weitab von den indischen Landen undso sehen wir bei den sächsischen Bekehrern die den von derdoppelköpsigcn Weltherrschaft mehr und mehr in den Hinter-grund treten und statt dessen die nackte Eroberungssucht offen-baren. Waren ja inzwischen auch die sächsischen Kaiser vomSchauplatz der Weltgeschichte abgetreten und die sächsischenHerzöge ihre eigenen Wege gewandelt, die nicht nur von den