Das Proletariat, der „legitime Erbe" der heutigen Ge-sellschaftsordnung, kann nicht zeitig genug daran gehen, dieHinterlassenschaft aufs Sorgfältigste zu sichten, die es dereinst,nach dem unverrückbaren Entwickelungsgesetz der Geschichte, an-zutreten berufen ist.
Recht fragwürdig ist es allerdings um diese Hinterlassen-schaft bestellt: welche sittliche und geistige Verrottung, welchenungeheuren Wust von Vergewaltigung, absichtlichem Trug, fana-tischer Verbohrtheit und stupider Selbsttäuschung stellt diese soge-nannte „Ordnung der Dinge" dar, in der sich gegenwärtig dieGesammtheit des Menschengeschlechts befindet I
Heißt eS nicht den Begriff der Ordnung geradezu aufden Kopf stellen, wenn man mit diesem Wort einen Zustandbezeichnet, der für eine winzige Minderheit ein müheloses Daseinin Luxus, Ueppigkeit und raffinirtem Lebensgenuß ermöglicht,während weit über eine Milliarde menschlicher Wesen im hartenKampf mit den Elementen sich aufreibt, um kaum eine trockeneBrotkruste für ihren Unterhalt zu erringen?
Wohin wir auch blicken in dem großen Reiche der thierischenOrganismen, dem wir das Menschengeschlecht anzugliedern haben:nirgends tritt uns zum zweiten Male in solcher Entsetzlichkeitdie Thatsache entgegen, daß Wesen derselben Art sich auf soausgesuchte Weise gegenseitig befehden, zerfleischen, martern undbedrücken, wie die Menschen es thun.
Es ist jedenfalls bezeichnend für diese bestehende „Ordnungder Dinge", daß die besten philosophischen Köpfe, deren die
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