Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
131
JPEG-Download
 

131

und doch hatten, zu ihrem Ruhm so wenig ähnlich, daß sieden Fehler des Witzes strenge an andern rügen und glücklichselber vermeiden.

Meine zweite Antwort ist tiefer: eh' der Körper desMenschen entwickelt ist, schadet ihm jede künstliche Entwick-lung der Seele; philosophische Anstrengung des Verstandes,dichterische der Phantasie zerrütten die junge Kraft selber undandre dazu. Blos die Entwicklung des Witzes, an die manbei Kindern so selten denkt, ist die unschädlichste — weil ernur in leichten flüchtigen Anstrengungen arbeitet; — dienützlichste — weil er das neue Jdeen-Räderwerk immer schnel-ler zu gehen zwingt — weil er durch Erfinden Liebe undHerrschaft über die Ideen giebt — weil frenidcr und eigneruns in diesen frühen Jahren am meisten mit seinem Glänzeentzückt. Warum haben wir so wenig Erfinder und so vieleGelehrte, in deren Köpfen lauter unbewegliche Güter liegen,und die Begriffe jeder Wissenschaft klubweise auseinander ge-sperrt in Karthausen wohnen, so daß wenn der Mann übereine Wissenschaft schreibt, er sich auf nichts besinnt, was erin der andern weiß? — Blos weil man die Kinder mehrIdeen als die Handhabung der Ideen lehrt und weil ihreGedanken in der Schule so unbeweglich fixiert sein sollen wie»hr Steiß.

Man sollte Schlözers Hand in der Geschichte auchin andern Wissenschaften nachahmen. Ich gewöhnte meinemGustav a», die Aehnlichkeiten aus entlegenen Wissenschaftenanzuhören, zu verstehen und dadurch selber zu erfinden.Z. B. alles Große oder Wichtige bewegt sich langsam: alsogehen gar nicht die orientalischen Fürsten — der DalaiLama — die Sonne — der Seekrabben; weise Griechengingen (nach Winkelmann) langsam — ferner thut es daSStundenrad — der Ozean — die Wolken bei schönem Wet-