Freundschaft waren zu edel und zu hoch und verlangten diereinste uneigennützigste Liede und Aufopferung vom Freunde:daher ekelten ihn die niedrigen Tröpfe um ihn an, die nietnfein Herz, sondern seinen Beutel verlangten und die ihn blosan sich drückten, um etwas aus ihm heraus zu drücken. Erkonnte einen solchen Eigennutz nicht einmal vor sich sehenund sein Haus litt daher wie die menschliche Luftröhre oderwie Sparta nichts Fremdes in sich. Er glaubte mit Mon-taigne, man könne nicht mehr als Einen Freund, so wieEine Geliebte, recht lieben; daher schenkt' er sein Herz einereinzigen Person, die er unter allen am höchsten schätzte -seiner eignen nämlich — diese hatt' er geprüft; ihre uneigen-nützige Liebe gegen ihn selber vermochte ihn, daß er Eicero'SZdeal erreichte, welcher schrieb, daß man für den Freundalles, sogar das Schlimme thun könne, was man für sichnicht thäte.
Er ist der größte Stoiker im Scheerauischen; er sagtnicht blos, an allen Vergnügungen sei nichts: sonder»er verachtet auch alle zeitliche Güter, weil sie ihn nicht glück-lich machen können. Diese Verachtung derselben ist vomheftigsten Bestreben nach ihnen wol nicht zu trennen, weilein Weiser wie die Stoiker in der Note sagen, ein Leben,in dessen Mobilarvcrmögen nur eine Kratzbürste oder einStallbesen drüber ist, einem Leben, dem blos dieses Wenigefehlte, vorziehen wird, ob er gleich nicht durch jenes glück-licher wird. Daher legt der unvollkommne Charakter aufdie kleinsten Effekten, wie der alte Shandy auf die kleinstenWahrheiten, einen so großen Werth wie auf die größten,
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