Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Aber seitdem isr'e auch mir meinen Planen ein Ende:man kann hienieden nichts vollenden. Das Leben ist mir sowenig, daß es fast das Kleinste ist, was ich für ein Vater-land hingeben kann; ich treffe und steige blos mit einem gro-ßem oder kleinern Gefolge von Jahren in den Gottesackerein. Mit der Freude ist's aber auch vorbei; meine starreHand, die einmal den Tod wie einen Zitteraal berührt hm,reibet den bunten Schmetrerlingsstaub zu leicht von ihren vierFlügeln und ich lasse sie blos um mich flattern, ohne sie zugreifen. Blos Unglück und Arbeit sind undurchsichtiggenug, daß sie die Zukunft verbauen; und ihr sollt mir will-kommen in meinem Hause sein, zumal wenn ihr auS einemandern ausziehet, wo der Miethherr die Freude lieber hineinhat. — O Euch, Ihr armen bleichen aus Erdfarben gemach-ten Bilder, Ihr Menschen, lieb' und duld' ich nun doppelt;denn wer anders als die Liebe zieht uns durch das Gefühlder Unvcrgänglichkeit wieder aus der Todesasche heraus?Wer sollt' Euch Eucre zwei Dczcmbertagc, die ihr 80 Jahrenennt, noch kalter und kürzer machen? Ach wir sind nurzitternde Schatten! Und doch will ein Schallen den andernzerreißen? —

Jctzo begreif' ich, warum ein Mensch, ein König, in sei-nen alten Tagen ins Kloster geht: was will er an einemHofe oder auf einer Börse machen, wenn die Sinnenwelt vorihm zurück weicht und alles aussieht wie ein ausgespanntergroßer Flor, indeß blos die höhere zweite Welt mit ihrenStralen in dieses Schwarz herein hängt? So leget der Him-mel, wenn man ihn auf hohen Bergen besieht, sein Blau abund wird schwarz, weil jenes nicht seine, sondern unsrer At-mosphäre Farbe ist; aber die Sonne ist dann wie ein bren-nendes Siegel des Lebens in diese Nacht gedrückt und flammtWrt. . . .