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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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fuhren könnte, Flore um? Worum falle» gerade Deine kur-zen trüben Tage in die kurzen trüben des Kalenders hinein?O in diesem Trauer-Winter wird mich keine Himmelsleiterdes Enthusiasmus mehr in die Höhe richten, um die Blütcn-Landschaft Deines Lebens zu überschauen und abzuzeichnen,und ich werde wenig von Dir schreiben, um Dich öfter inmeine Arme zu nehmen!

Und Ihr, entsetzlichen Seelen, die Ihr einen Fehltritt, andem Gustav sterben will, unter Eure Vorzüge und EureFreuden rechnet, die Ihr die Unschuld, nicht wie er, selberverliert, sondern fremde mordet, darf ich ihn durch Eure Nach-barschaft auf dem Papier besudeln? — Was werdet Ihr nochaus unserem Jahrhundert machen? — Ihr gekrönten, gestirn-ten, turnierfähigen, infulierten Hämmlinge! Davon ist dieRede nicht und ich hab' es nie getadelt, daß Ihr aus Eu-ren Ständen die sogenannte Tugend (d. h. den Schein da-von), die ein so spröder Zusatz in Euren weiblichen Metallenist, mit so viel Glasfeuer, als Ihr zusammenbringen könnt,heraus brennt und niederschlagt — denn in Euren Ständenhat Verführung keinen Namen mehr, keine Bedeutung, keineschlimme Folgen und Ihr schadet da wenig oder nicht — aberin unsere mittleren Stände, auf unsere Lämmer schießet IhrGreif- und Lämmergeier nicht herab! Bei uns seid Ihr nocheine Epidemie (ich falle, wie Ihr, in eine Vermischung, abernur der Metaphern), die mehr wegreißet, weil sie neuer ist-Raubet und tödtet da lieber alles andre, als eine weiblicheTugend! — Nur in einem Jahrhundert wie unsers, wo manalle schönen Gefühle stärkt, nur das der Ehre nicht, kannman die weibliche, die blos in Keuschheit besteht, mit Füßentreten und wie der Wilde einen Baum auf immer umhauen,um ihm seine ersten und letzten Früchte zu nehmen. DerRaub einer weiblichen Ehre ist so viel, als der Raub einer