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wurden; und wir Deutschen endlich, welche die Erfindungdes Buchdrucks anfangs für nichts eiliger zu verwenden ge-glaubt, als für Bibeln und Psalmen, nicht, wie die Welschen,für alte Klassiker? — Was sind wir geworden? Wenigstensden alten philosophischen Klassikern selber nicht ähnlich. Beiden Griechen mußte der Philosoph mit Leben und Lehrenzugleich vorragen, und es wurde Seelen-Reinheit, fast wievon den Alchymisten, zum Glücke der Erfindung begehrt, sosehr, daß der theoretische Weise etwas Praktisches sogar insäußerliche Betragen und Tragen, z. B. von Kleid und Bart,verlegte.-—
Nach den Schriftstellern — gleichsam die Prediger undPriester der Welt — kommen, aber in noch wichtigerm Be-trachte der Sittlichkeit, die eigentlichen Geistlichen. Bei denersten Christen dursten sogenannte Lnergumsni, d. h. solcheBekehrte, aus welchen Teufel ausgetrieben worden, sich niedem geistlichen Stande geloben. Bei den letzten Christentritt man oft hinein mit Allem, was noch nicht ausgetriebenist, so daß der Erorzismus zuweilen dem Täufer nöthigerist, als dem Täufling. Wollte man doch in der jetzigen Ver-fallzeit der Religion, worin den Meisten von der Kirche nichtsübrig geblieben und zuspricht, als der Thurm, die.Heiligkeitund Geistigkeit des geistlichen Standes mehr beherzigen, näm-lich mehr begehren! Wir sollten bei Prüfungen und Wahlender Seelsorger bedenke», daß es jetzt gar nicht mehr, wieetwa» in dem, in Lehrer und Schüler abgetheilten, Mittel-alter auf ausschließende Einsichten, welche jetzt wie eineSonne Gerechte und Ungerechte bescheinen, ankomme, sondernauf das Seltnere, ewig Höhere, auf sittliche Kraft. Nur mitdieser ist die helle Welt zu bezwingen, und mit der Kraft desFeuers die des Lichts zu ergänzen, oder zu verdoppeln. Esmüßte nicht blos Prüfungen des Kopfes, sondern auch des