Band 
[Ein und dreissigster Band. - Zwei und dreissigster Band.]
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reden sprecht lieber volle Herzworte und zeigt ihnen nichteigennützig euer pflicht-nütziges Geben vor, sondern euerfreies Lieben. Dem Lieben widersteht kein Herz. Gewinntnur damtt das ihrige, so wird das Gehorchen und Dankenleichter kommen. Kinder sind anfangs Blumen, welche sichvor der elterlichen Sonne blos liebend und empfangend auf-thun; erst später werden sie Sonnenblumen, welche sich nachihrer Sonne gehorchend bewegen.

4 .

Lügen.

Die Kinder lügen viel unschuldiger und unvorsetzlicherals die Erwachsenen. Der Abscheu aber vor der Lüge, so-gar der vortheihaftrsten, bleibt ihnen, sobald nur nicht dasBeispiel der Obern diesen Abscheu vernichtet. Sogar dasKind verblendet der Vortheil des Lasters nicht über die Far-ben desselben. Hingegen dann, bei dem Anblicke elterlicherBeispielgebung, schmelzt in ihm das Nützliche häßlich mitdem Schönen in einander. Das Kind fehle; erscheint abernur ihr selber ihm rein, so wird ihm die eigne Sünde zurBußpredigt, denn euer Beispiel ist sein zweites Gewissen.

5 .

Liebe lehren.

Jedes Kind kann größere lernen, weil es schon eine mit-bringt, sogar das härter geformte. Bedenkt nun, daß Kind-heu und Jugend, wie ein Morgen, einer wachsenden Wärmeentgegensteht, und daß sogar jedes Eis, wie die Eisinseln,nach dem Aequator ziehen und schmelzen; denn nur im Her-absteigen des Lebenstages kommt uns Erkältung entgegen.Ihr könnt also im jugendlichen Wesen Vorrath von Liebe