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Antlitzseite entehrt schon ein Schlag z. B. auf die Brust,auf das Herz, auf den Leib, und macht es auch deutlich,was am Menschen das Angesicht ist, und erwägt den Straf-schlag in dasselbe. Es ist der eigentliche Mensch oder dasTitelblatt desselben, und der Seelenleib im Kleinen; schondie farblose flache Halste davon im Schattenriß stellt denganzen Menschen vor; nicht die Rümpfe, sondern die Ge-sichter unterscheiden und verbinden und trennen uns. DasAntlitz ist das Sprachgitter des Ich oder das unbedeckteAllerheiligste des Menschen, weil hier die Seele mit denAugen sich malt und mit den Lippen sich ausspricht; undauf dieses unbewaffnete Heiligthum, voll lauter Inschriftendes Geistes, aus dieses Altarblatt der menschlichen Schönheitwill die rohe Faust verletzend eingreifen und den Sitz derheiligen Schamröthe beflecken mit einem gemeinen Wunden-roth, und der Zorn will seine Hand an das «»beschirmteAngesicht legen, auf welches nur Liebe mit dem Kusse einzweites drücken darf? — Wenn so viele Völker, besondersdie germanischen, sonst so gleichgültig gegen große Wunden,gleichwol das kleine blutlose Berühren ohne Wunden sohoch ansetzten und eine Ohrfeige bei ihnen als die größereVerletzung und Verwundung bezahlt wurde, und wenn siegerade nur die verhässigste Sünde, die Lüge, mit jener alsder geschärfteren Strafe belegten; wenn die Stärke des gei-stigen Schmerzes bei der Gefahrlosigkeit und Kleinheit desphysischen auf eine innere Verletzung der Menschenwürdehinweist: so sollte man diese Rücksichten auf Kinder anzu-wenden nicht vergessen, in welchen ein zusammengefaltetesGefühl alles dessen, was wir ausgebreitet empfinden, schonwohnen muß, wozu bei ihnen sich noch die Nebenverstärkun-gen des Schmerzes durch die Wehrlosigkeit und durch ihrenMangel an Reflerion durch das Verschlucken und Verbeißen