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Jugend und Alter.
Wie lebt doch der Mensch der Pflanze gleich! DieJugend nährt sich bis zu den Jahren der Liebe, und vollendsin ihnen am liebsten vom Aether der Ideale, der Dichtkunst,der Wissenschaft und heiliger Träume. Das reifere und festeAlter verlangt mehr Erdboden, um da seine Bergwerke, Korn-felder, Häuser und Ställe anzulegen und durch die Welt,wie die Jugend oft aus der Welt, zu kommen. So saugtdie Pflanze*) bis an die Blütenzeit hinein ihre Stoffe undKräfte oben aus der Luft, und aus dem Wasser; nachheraber holt sie sich alles unten aus dem Boden herauf.
4.
Luther.
Luther! Du gleichst dem Rheinfälle! Wie stürmst unddonnerst du gewaltig! Aber wie auf seinem Wassersturmeunbewegt die Regenbogen schweben, so ruht in deiner Brustder Gnadenbogen des Friedens mit Gott und Menschen un-verrückt, und du erschütterst deine Erde, aber nicht deinenHimmel.
5.
Luther.
Luther! komme bald wieder; es gibt zu viele Päbste,.nicht blos Gegenpäbste, auch Gegen-Gegenpäbste.
') Nach Morel de Binde, Schweigg. Journ. III. 3. I8H.