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[Ein und dreissigster Band. - Zwei und dreissigster Band.]
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wie ganze beschlossene Wissenschaften, Blumen der Phanta-sie, sowie Salze des Witzes löset häufiger Genuß und Wie-dergebrauch ins Leere auf. Nur die Tiefe der Empfindung— diese öffne sich nun im Gedichte, oder in der Ton- oderin der Zeichenkunst — nur das Herz, nicht der Kopf ver-trägt und begehrt das Wiederholen. Ihr könnt kein Volks-lied todt singen, aber jede Wahrheit todt denken. Der zweiteSpiegel (das Sinnbild des Denkens) wiederholt die Bilderdes ersten und der dritte die des zweiten u. s. w. immerbleicher, kleiner und dunkler; das Echo aber (das Sinnbilddes Empfindens) schlägt sich mit jedem Wieder-Nachhalleseiner selber tiefer in die Brust und seine Macht wird durchiwcoru und cku capo allmächtig.

Noch seltsamer konimt es vielen Lesern — die fürBü-chersäle lieber das für Portici gegebne Gesetz geltend sähen,das nichts abzuschreiben erlaubte — vor, daß nicht immerder glänzendste Gedanke (wie Nr. 5), sondern oft ein ge-wöhnlicher (wie Nr. 2) ein solcher ewiger Jude der Bücherwird. Warum, fragen sie insgesammt, holt man sich nichtjeden Tag neue Kleinodien aus den grünen Gewölben einesSeneka, Rousseau, la Brüyere rc.? Freilich muß manantworten: Eben darum. Denn in einem Buche voll Sen-tenzen sticht keine mehr vor — man sieht vor lauter Walddie Bäume nicht — epigrammatische Einfälle werden nuraus ernsten, poetischen oder sonst folgerechten Werken ange-führt, aber nie aus Epigrammensammlungen selber. DerMensch will, um scharf zu beschauen und zu behalten, über-all sein hölzernes Rahmen-Viereck vor sich haben. Ja derDeutsche begehrt oft mehr Holz als Bild. Endigt sich nuneine ruhige, vorbereitende Szene — die wie ein schöner Tageinem Gewitterschlage vorarbeitet — mit einem Schlagworte:sv wird das Schlagwort nicht mehr vergessen. Der erste