Band 
[Ein und dreissigster Band. - Zwei und dreissigster Band.]
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turn soll das Jahr 1818 regieren, als ob er als Gott derZeit nicht alle Jahrhunderte und jede kleinste Minute, in derman davon spricht, beherrschte. Wie vorbildlich umspielenihn sieben Monde als Bilder unserer sieben Wochentage undzwei auseinander gehaltene Ringe schließen ihn ein, gleich-sam Zirkelbilder der Ewigkeiten hinter und vor uns. Aberdas, womit Saturn eigentlich den Ernst des Menschen ge-bietet und zwar nicht blos am ersten, sondern an jedem Tage,dieß ist etwas anders als seine große Sense, welche unauf-hörlich Völker und Welten mäht; es sind seine kleinen Par-zenscheerchen, die in jedem Augenblick einen Augenblick zer-schneiden. Nicht die ersten oder die letzten Tage der Jahreoder Wiegenfeste oder anderer Einschnittzeiten der menschli-chen Wellenfolge erinnern und ergreifen so tief, sondern dasunaufhörliche Ersterben und Erstehen in jeder Minute, oderdie lange Leichenprozession gestorbener Augenblicke, hinterwelcher ein Lebendiger nach dem andern geht und ihr zu-stirbt, sobald er sich anschließt. Wir wohnen auf lauter Ver-gangenheit, auf äußerer und innerer, und anstatt uns zu ver-wundern, daß auf dem untergesunkenen Herkulanum ein ver-schüttetes Portici liegt, brauchen wir nur in die Nähe hin-zusehen, wie die leise niedersinkenden Schneeflöckchen der Zeiteinander verschütten und begraben; — und die bisher durch-laufnen Buchstaben dieses Aufsatzes stehen als die Grabstein-chen der lebendig gewesenen Lesaugenblicke da.

Vergebens würdest du dich gegen die Wahrheit, daß dirdas längste Leben nur in versiegenden Terzien zutröpfelt unddaß jeder Paradieses-Fluß nur als ein dünner langer Staub-bach zu dir herab fällt, wovon du ein Tröpfchen nach demandern empfängst, gegen diese Wahrheit würdest du dich ver-geblich wehren und verblenden durch die Annahme, daß dochm der Erinnerung dieser Staubbach unten zu einem Strome