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da ja ihr ganzer Streit nur aus einem Sprachen-, nichtaber Sachenunterschiede entspringe, indem Phosphorvs imGriechischen so gut Lichtbringer heiße als Luzifer im La-teinischen, und es hier ja nur auf das Bedeuten ankomme,nicht auf den Unterschied zwischen Griechisch und Latein, derohnehin keine besondere griechische und lateinische Kirche be-gründe, sondern auf das herzliche Verehren des heiligen war-men Lichtes von oben. Darauf gaben sie einander über denTisch hinüber Hand und Wort, künftiges Bund- und Wort-brechen durch öfteres gemeinschaftliches Brodbrechen, wie die-sesmal, abzuwenden.
Aber zur Hauptsache und Geschichte der Luziferaner undHesperiden! Denn eine Kirchengeschichte fängt nicht eher'recht an, als bis sie eine Ketzergeschichte wird. Trefflich lagnun zur Streittheologie Althesperien; die beiden Sekten wohn-ten darin dicht nebeneinander, ja zuweilen durcheinander; undder Venusplanet begünstigte durch sein Erscheinen, bald alsAbend-, bald als Morgenstern wechselnd, bald die einen Ver-ehrer, bald die andern, und begoß nun jedesmal über sechsMonate voll Morgen lang den Luziferaner mit Oel für sei-nen Feuereifer, und eben so viele Monate voll Abende denPaphisten damit für seinen noch größern; bis endlich beideParteien immer Parteiischer wurden und ihnen zuletzt dieNachtschmetterlinge und die Tagfalter Partei zu nehmen schie-nen. Kurz alles war vorgeordnet, was nur die menschlicheNatur oder die Kirchen- und Ketzergeschichte verlangen kann,zur schärfsten Entzweiung; — und in der That gelang siegenug.
Aehnliche wird allerdings später in den christlichen Kir-chengerichten zum Theil wiedergefunden, aber nur eine vielgelindere, indem sie bei uns Christen gewöhnlich auf gemeineBauernkriege, Jnquisizionen, Scheiterhaufen, Testakten, irlän-
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