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sächlich der herrliche Kürbißwuchs der deutschen Geschicht-forschung, welche, einfarbig und breitblühend wie der Kür-biß, sich gleich ihm mit langen Schlingfaden überall anhä-kelnd unv durstig vollsaugend, endlich als dicke Frucht amBüchergeländer hangt und gelbt.
Es hat nämlich — und mich dünkt, die Sache ist nichtganz unwichtig — ein Dresdner Korrespondent im Berlini-schen „Gesellschafter" dieses Jahres *) in der Nachschrifteines schönen Briefs über Jean Pauls Aufenthalt in Dres-den die Nachricht drucken lassen: „Heute, den 15. Junius,ist Jean Paul von hier abgereiset." — Dieses ist aber eineso große Thatsachen-Umkehrung (Anton Friedrich ist nichtsdagegen), daß Jean Paul vielmehr gerade an diesem 15tenJunius, wo die Vandalen (anno 445) Rom eroberten, inBayrenth einzog und folglich aus Dresden früher abgegan-gen war, nämlich den 12. Junius (aber Nachmittags), ebenan dem Tago, wo im Jahre 1593 der deutsche General An-dreas von Auersberg den Deutschen einen köstlichen Siegüber die damaligen Türken **) erstritt, unter welche ich mitFreuden alle heutigen hinein geliefert hätte.
') Blatt 101.
*') Siehe: „Täglicher historisch-politischer Erinnerungs-Alma-nach. Eine Taschenbibliothek der wiffenswürdigsten Ereignisseaus 27 Jahrhunderten, von v. Karl Hering," "S. 155. Die-ser mit reichen, Fleiße ausgesteuerte Almanach, der jeden Mo-nattag des Jahres zum Geburttage mehrer wichtiger Bege-benheiten zu machen weiß, kann zwar nicht als Lehrer derGeschichte, aber wol als Repetent der Zeitrechnung cmpfoh-- len werden, besonders Jünglingen und Weltleutcn, welche sospielend im Vorbeigehen, in einer Wart-Minute, kurz voreinem Besuche das kleine tägliche Pensum von einer oderzwei Seiten mitnehmen können. Auch Schriftsteller könnenden Almanach sehr wohl zu witzigen Wendungen gebrauchenund dabei, wenn sie ihn zur rechten Zeit aufschlagen, einegewisse historische Gelehrsamkeit verrathen.
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