Band 
[Ein und dreissigster Band. - Zwei und dreissigster Band.]
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Kann man also wol von seiner ganzen Bestimmung hienie-Len weiter abkommen, als wenn man eifrig Dingen obliegt,die doch wenig oder gar nichts dazu beitragen, daß man eingroßer Gedächtnißgelehrter wird, sondern die lediglich nurunsern Verstand verbessern und üben?

Ein Autor, der den Leser nicht einschlafen lässet, gleichetnur gar zu sehr einem römischen Tyrannen, der die Misse-thäter durch die Verjagung ihres Schlafes quälte und tödtete,und es macht der Empfindsamkeit unserer meisten Autorenwahre Ehre, daß sie hierin mitleidiger denken.

Das Mitleiden ist etwas, das einen König nicht kleidenwill; denn er ist ein wahrer Vater des Vaterlandes, unddie Unterthanen sind seine ächten Kinder. So wie nun einverständiger Vater nie Mitleiden mit seinen Kindern, wennsie fallen oder sich verwunden, verrathen wird, weil diesessie verzärtelt, und ihre Empfindlichkeit vergrößert: so wirdsich auch ein kluger Regent allzeit hüten, einiges Mitleidenmit den Unglücksfällen seiner Unterthanen, es sei durchWorte oder durch Thaten, an den Tag zu legen, und erwird vielmehr ganz kalt und gleichgültig gegen ihre Wider-wärtigkeiten zu sein wissen. Ein rechtschaffener Edelmann, dernur ein kleiner Regent ist, wird es auch nicht anders machen.

Ein Tyrann fällt den Geist früher als den Körper an;ich meine, er sucht seine Sklaven vorher dumm zu machen,-eh' er sie elend macht, weil er weiß, daß Leute, die einenKopf haben, ihre -Hände damit regieren und sie gegen denTyrannen aufheben. Der -Henker ahmt ihn nach, und ver-bindet dem Missethäter die Augen, bevor er ihn foltert.