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[Ein und dreissigster Band. - Zwei und dreissigster Band.]
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III.

Ueber und für Lieben.

(Ernster Appendix zum zweiten Bündchen der biographischen Be-lustigungen.)

In der Sprache der Liebe gibt es keine Pleonasmen undkeine Wiederholungen. Die Liebe ist nichts als einige Neu-heit. Scheint sie alt in Wort oder Gefühl: so ist sie schontodt vor Alter. Mich freut alles an den Menschen, wasauf ihr Lieben hinweist, z. B. die einfach Bemerkung, daßsie wol zuweilen zürnen, um desto stärker zu lieben, aber nielieben, um zu zürnen. Um so weniger freuet mich die vonRochefoucauld, daß Liebende blos darum ihrer Unterhalt!»nicht überdrüssig werden, weil sie mit einander immer vonsich selber sprechen. Dieß mag richtiger für ein Paar Zan-kende gelten, wovon jedes blos von sich und zwar das Bestespricht, vvm andern aber, den man gar nicht hören mag,blos das Schlimmste; und welche beide an ihrer Unterredungsogar auf der Gasse sich gar nicht sättigen können. Derliebende Mensch hingegen hört viel lieber den geliebten redenund ihn zwar über sich selber; sein Antworten malt mehr.nur das fremde Selbst und dessen Werth, und durchVerkleinerung sucht er fremde Verherrlichung. Der Lieb.wägt nicht Vorzüge ab, ausgenommen um fremden so vielzuzulegen, daß er ihnen mit eignen nicht gleichwiegen kann.Kurz Liebende lieben die Liebe und nicht sich, sondern, wennauch unbewußt, hoch über sich hinaus. — — Ja der höchsteXXX». 27