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Für meine Freunde : Lebens-Erinnerungen / Jac. Moleschott
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V. Utrecht.

er lebte der Wissenschaft, mochte er bei seinen Kranken, mitseinen Büchern oder unter seinen Fröschen sein. Er hatte,wie jeder Begeisterte, den lebhaften Trieb, seine Versuchs-ergebnisse anderen vorzuzeigen. So reiste er öfters im Post-wagen, mit einer blechernen Effektenschachtel auf den Knieen,in Holland herum. Man mochte ihn für einen Banknoten-händler halten. Aber morgens wurden die Banknoten wachund verriethen mit ihrem Quack, Quack, das eigentlicheInteresse ihres Besitzers. Schon als er seinen Besuch inUtrecht abstattete, war van Deen ein Freund von Donders.Es sind unvergeßliche Stunden, die wir drei damals miteinander verlebten. Ein wahrer Dreimännerbund wardzwischen uns geschlossen. Wir planten die Herausgabe derHolländischen Untersuchungen zu den anatomischen undphysiologischen Wissenschaften", in welchen Donders undvan Deen einige ihrer merkwürdigsten Untersuchungenveröffentlichten, zu denen Mulder, Harting, Jausen,van den Broek, Verloren beisteuerten, in denen ich dieelastischen Fasern der Lungenbläschen zum ersten Male be-schrieb und den Wassergehalt der ausgeathmeten Luft desMenschen bestimmte.

Wer den damaligen Zustand der Wissenschaft vomLeben in Holland kannte und in Bezug auf ihre TrägerBescheid wußte, wer überdies bedenkt, was später aus vanDeen, welcher der ältere und berühmteste war, und Dondersgeworden, wird es vielleicht nicht allzu sonderbar finden,daß wir drei damals die Zuversicht hegten, auf 'den balddurch Sandifort's Jubelfest in Leyden zu verwaisenden