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hatte, wodurch bei Besaiujon die Katastrophe zu erwarten war . . .In Thil Chätel bleibt zur Beobachtung von Dijon und zur Befehls-vermittelung an General v. Kettler ein angemessen starker Postenzurück (Major v. Schon mit F./49 und 1 / s . 5.|Dr. 11. A. d. V.)General v. Kettler hatte bereits den Befehl erhalten, am 20. dieLinie St. Seine-Sombernon einzunehmen. Die Stadt Dijon gewannbei der nunmehr beschlossenen Operation der Armee eine grössereWichtigkeit, besonders für die Verbindungen. Die Nachrichten überdie Stärke der feindlichen Besatzung dieser Stadt stimmten imGanzen wenig überein; anfänglich auf 12 000 Mann angegeben,,liess heute General v. Hartmann (Kommandeur der 3. Division,A. d. Y.) melden, welcher vorige Nacht Kantonnements in Thil Chätelund Is sur Tille inne hatte, dass Dijon von 30 000 Mann besetzt seiunter Garibaldi, den Generalen Cremer und Pellissier. Nach derbisherigen geringen Thätigkeit der feindlichen Besatzung wurdeangenommen, dass in Dijon sich nicht so starkeKräfte befänden. Alle feindlichen Abtheilungen, welche vonunseren Vortruppen angegriffen wurden, zogen, ohne ernsterenWiderstand zu leisten, überall zurück. Es war daher sehr fraglich,ob sich Dijon, nachdem auch Bourbaki vor Beifort geschlagen undim Zurückgehen war, halten würde. Immerhin aber war es ge-boten, die Armee gegen die in und um Dijon stehendengaribaldinischen Truppen zu decken. General Kettler erhielt deshalbBefehl, am 21. von St. Seine-Sombernon auf Dijon vorzugehen unddiese Stadt zu okkupiren.“
Der Erfolg hat Manteuffels Beurtheilung seiner Gegner Rechtgegeben. Er durfte an der Richtigkeit der Stärke Garibaldis, wiesie General Hartmanns Meldung angab, .zweifeln. Denn aus derihm in Versailles mitgetheilten allgemeinen Sachlage vom 8. Januar 1 )wusste er bestimmt, dass die Division Cremer sich dem GoneralWerder gegenüber befunden habe, angeblich als Bestandtheil des24. französischen Korps; das Grosse Hauptquartier hatte GaribaldisStärke ihm mit 12 000 Mann bezeichnet; annähernd diese Summeergab sich auch, wenn die Division Cremer mit etwa 15 000 Mannvon der durch General Hartmann gemeldeten Ziffer in Abzug ge-bracht wurde, welche letzterer selbst in Anbetracht der Unthätigkeitdes Gegners für übertrieben hielt. Von diesem Gesichtspunkte aus-gehend rechtfertigte Manteuffel in seinem Bericht über die Opera-tionen der Südarmee an den Kaiser vom 6. Februar 2 ) die Zurück-
i) G. St. H. 025*, Aul. No. 158. — 2 ) Kr. A. A III 15 S. 821, Ope-
rations-Akten des Grossen Hauptquartiers über die Südarmee.