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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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II. Gefecht vor Talant und Fontaine bis zum Eingreifender Kolonne Kroseck.

1. Aufstellung der Vogesenarmee.

Garibaldi hatte' ausser der angeführten Depesche Bosaks überdie Anwesenheit des Feindes bei Val Suzon früh am Morgen auchvon den im Ouchethal vorgeschobenen Vorposten der 3. BrigadeMeldung von kleinen Gefechten erhalten, welche sie mit einer dortvormarschirenden preussischen Abtheilung gehabt hätten. Nochwar er angesichts der Nachricht, dass am 20. eine Streitmachtvon 25 000 Preussen zwischen Mirebeau und Is sur Tille gestandenhätte, zweifelhaft, ob nicht die von Westen her gemeldeten feind-lichen Vormärsche nur Scheinbewegungen wären, mit der Be-stimmung, seine Aufmerksamkeit von der Hauptangriffsrichtungabzulenken. Diese glaubte er von Nordosten her vermuthen zumüssen: denn von dort her war die Annäherung an die Stadt amleichtesten möglich und ihre Vertheidigungsfähigkeit die schwächste.Auch war von dort im Oktober die badische Division zum Angriffvorgegangen. Garibaldi verdoppelte daher seine Beobachtungen innördlicher und nordöstlicher Richtung, traf aber alle Anordnungen,um für einen Angriff von jeder Seite her bereit zu sein.Bordonebegab sich am Morgen für seine Person nach Montmusard, um sichdurch eigenen Augenschein zu überzeugen, dass von dieser Seitekeine Gefahr drohte.

In Hauteville vorgeschoben stand in den MorgenstundenColonel Bruneau mit 300 Mann des I. Bataillons Alpes Maritimes.Als er auf seine um 9 Uhr an General Bosak erstattete Meldungvon dem aus Val Suzon herübertönenden Feuer keine Verstärkungund keine Weisungen erhielt, begab er sich zu seinem neuenBrigade-Kommandeur, General Menotti, nach Talant, der ihm sagte,er würde sein Möglichstes thun, um ihm ein Regiment gari-baldiuischer Freiwilliger zu schicken. 2 ) Durch den Ausgang desGefechts unweit des Bois du Chene und durch die Fortsetzung desgegnerischen Vormarsches auf Daix und Changey kam das BataillonAlpes Maritimes in eine bedrohliche Lage. Seine Vorposten wurdenauf 200 m lebhaft beschossen. Da ihm keine Verstärkungengeschickt wurden, gewann Bruneau die Ueberzeugung, dass dieStellung bei Hauteville mit den ihm zur Verfügung stehenden300 Mann nicht länger zu halten wäre und trat den Rückzug inOrdnung, aber unter Zurücklassung eines grossen Theils des

0 Bo. 328. 2 ) Gr. 838.