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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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am Abhänge der Höhe St. Laurent oberhalb von Daix gelegenenKirchhof, in welchem sich die von Lieutenant-Colonel Bruneau ausHauteville entsandten 150 Mann des I. Bataillons Alpes Maritimesfestgesetzt hatten Im Verein mit dem 1. Schützenzug (LieutenantClaassen), der vom Bois du Chene gleich in dieser Richtung vor-gegangen war und sich bereits im Feuergefecht befand, nahm die3. Kompagnie im kräftigen Anlauf unter Hurrah den Kirchhof unddie Mobilen wichen auf Fontaine zurück. 1 ) Von der Höhe aus ver-mochte Hauptmann v. Pirch die starke Stellung des Gegners beiletzterem Dorfe vollkommen zu überblicken. Er beobachtete drübeneine Bewegung, welche auf Vorbereitung zu einem Angriff zu deutenwar. Da er angesichts der starken feindlichen Kräfte an ein wei-teres Vorgehen über Daix hinaus vorläufig nicht denken konnte,beschloss er, sich an der östlichen Umfassung festzusetzen undwandte sich, unter Zurücklassung zweier Gruppen der 1. Kompagnieunter Unteroffizier Bigalke im Kirchhof zur Sicherung seiner linkenSeite, mit der 3. Kompagnie und dem Best des 1. Schützenzugesbergab nach dem Dorfe.

Der Geschützkampf wurde anfangs mit grosser Heftigkeit ge-führt, namentlich von französischer Seite, wo man mit Schiess-bedarf nicht zu sparen brauchte. Die preussischen Batterien wurdenmit einem Hagel von Granaten und Schrapnels überschüttet, vondenen manche, wie oben erwähnt, nicht ohne Wirkung waren, wenndiese auch zu der verschossenen Eisenmasse in einem äusserstschwachen Verhältnis stand. Denn eine sehr bedeutende Zahl derGeschosse zersprang nicht, sondern flog entweder in hohem Bogenüber die Batterien und Schützenlinien hinweg oder riss als Voll-geschosse tiefe Furchen in dem weichen Lehmboden. GeschlosseneInfanteriemassen, gegen die sie Wirkung hätten haben können,waren nicht vorhanden. Von französischer Seite werden die Er-folge der Artillerie als sehr glänzende dargestellt. Zwar erkenntMignard an, dass die schwachepommersche Artillerie in dervorzüglich gedeckten, weit überlegenen französischen eine furchtbareGegenwehr zu bekämpfen hatte 2 ); die letztere sei gut bedient gewesen. 3 )

9 H. 1G8. 2 ) Mi. ll)5. 3 ) MitBordone (Bo. 329) übereinstimmend, erzählter von einem Marine-Artilleristen, Denis Valtin aus Baris, Geschützführerder Zwölfpfünder-Batterie an der ltne anx Favres auf Talant, welcher

2 preussische Geschütze (nach Bo.fast bei jedem Schuss ein Geschützoder einen Protzkasten!) zerschmetterte und, nachdem er durch einenGranatsplitter ausser Gefecht gesetzt war, durch einen jungen Artilleristenersetzt wurde, der mit gleicher Genauigkeit des Richtens die preussischenFahrzeuge zum Abfahren in eine andere, rückwärts gelegene Stellunggezwungen hatte; von letzterer aus wären dann mehrere Artilleristender Batterie bei Cour du Roi verwundet und einer getödtet worden.

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