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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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das vorliegende Tbal und auf die Abhänge der Anhöhen von Talantund Fontaine, zwischen deren Kegel hindurch man in der Fernedie hohen und zahlreichen Thürme von Dijon blinken sah. Hierhatte General Kettler mit seinem Stabe, 2300 m von der MeiereiChangey, hinter der Batterie zwischen der Strasse und dem südlichderselben von der Höhe der Buttes zu ihr herabführenden Ver-bindungswege sich aufgestellt, mit ihm Oberst-Lieutenant Weyrachund Major Priebsch nebst ihren Adjutanten, sämmtlich zu Pferde.

Das Erscheinen der preussischen Infanterie auf den Höhen derButtes Chaumont, ihr wohlgezieltes Feuer, durch welches vor-nehmlich die Rothhemden der Legion Tanara bei ihrer leuchtenden.Uniform schwer zu leiden hatten, sowie der Kanonendonnerhatten auf die Infanterie der Vogesenarraee einen tiefen Ein-druck gemacht. Ein regelloses Erwidern des Feuers auf grosseEntfernung mit starker Munitionsversehwendung war die nächsteFolge gewesen. Zuerst gelang es der Wirkung des preussischenSchützenfeuers, die Gegner in ihren Stellungen festzuhalten. All-mählich machte sich aber eine grosse Aufregung in der vorderenLinie geltend : man hörte verworrenes Schreien, Befehle der Führer,Trompetengeschmetter, es ertönten die Rufe: Vorwärts! Vorwärts!Die Schützenlinien erhoben sich, durchschritten die Weinberge,traten die Weinstöcke zu Boden und stolperten über die Schösslingevorwärts. Aber nur etwa bis in die Mitte der Niederung zwischenden beiden gegenüberliegenden Hauptstellungen vermochten sie vor-zudringen da gebot ihnen das wirksame Gewehrfeuer und starkeVerluste Halt. 1 ) Die auf dem linken Flügel Canzios vordringende1. Kompagnie II. Bataillons Tanara bemerkte plötzlich, als sie sichder von ihr zu besetzenden bewachsenen Höhe auf 5 bis 600 Schrittgenähert hatte, dass auf dieser sich bereits eine dichte feindlicheSchützenkette eingenistet hatte. Trotz der anscheinenden Ueber-macht setzte sie doch auf eiuem, von beiden Seiten durch Wein-bergsmauem eingeschlossenen, mehrfach gewundenen Feldwege dasVorgehen noch gegen 300 Schritt fort, wurde aber dann von einemso heftigen Feuer überschüttet, dass sie hinter der Mauer Deckungsuchte und mit ihren Spencer-Gewehren antwortete. Nachdem dasFeuer einige Zeit fortgedauert, begannen sich erst einige Garibaldinerzu erheben und weiter vorzugehen, andere folgten, der Trompeterder Kompagnie blies zum Vorgehen im Laufschritt und die ganzeKompagnie setzte sich, nunmehr da die Weinbergsmauer nurnoch wenige Dezimeter über den Erdboden hervorragte ganz

) Be. 297.