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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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I

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ihre letzten Patronen. Als die Patrontaschen leer waren, entnahmman den Schiessbedarf von den Todten, dann von den Verwundeten.So widerstand man bis zur dunklen Nacht mit wechselndem Erfolge.Es ist wohl anzunehmen, dass durch diese Darstellung Dorrnoyden Verlauf des ganzen Angriffs gegen die Buttes Chaumontkennzeichnen wollte und dass Menotti die in die Augen springendeBaumgruppe seinen Truppen als Angriffsziel bezeichnet hat.Unrichtig ist nur, dass dieses Ziel auch erreicht worden ist;denn es steht fest, dass am 21. Januar die Franzosen die Höhender Buttes Chaumont in keinem Augenblick des Gefechts betretenhaben. Möglicher Weise liegt hier eine Verwechselung mit denVorgängen am Nachmittage des 22. vor.

Die Legion Tanara war zu beklagen. x ) In der That fielenvon ihr 8 Offiziere (Settignani, Voldata, Zerbini, Ricci, Canova,Imbriani, Crippi, Giordano), schwer verwundet ivurden 7 (De Nobili,Salvini, Aiuti, Ravelli, Cecchini, Moro, Cerutti).-) Die Zahl derVerluste an Mannschaften war entsprechend gross

Wenn auch nicht in gleichem Masse, so waren doch auch aufpreussischer Seite die Verluste nicht unbedeutend. Die beritteneGruppe um den General Kettler wirkte selbstverständlich anziehendfür das feindliche Feuer. Schon früh wurde das Pferd des Oberst-Lieutenants Weyrach verwundet, das des Bataillons-Adjutanten I./61,Lieutenants Schmidt, erschossen. Der Regimentsarzt 61. Regiments,Ober-Stabsarzt Dr. Bora, wurde in der Schützenlinie, seines Samariter-amtes waltend, unmittelbar neben Premier-Lieutenant Bensch durcheine Gewehrkugel in den Kopf getödtet. Reserve-Lieutenant Engler(4./61) erhielt inmitten seines Schützenzuges einen tödtlichen Schussin die Schulter. Der Kommandeur des I./61, Major Priebsch, zuPferde in der Feuerlinie, um seine Kompagnien zum standhaftenAusharren anzufeuern, sank mit zerschmettertem Schenkel tödtlichgetroffen hernieder. Auch die Schützenlinien wiesen mancheLücke auf.

4. Der Kampf um Daix.

Der Angriff auf Daix wurde umfassend geführt und zwarvon der nördlich der grossen Strasse stehenden 5. Brigade(Canzio, 1 * 3 ) nämlich Legion der Jäger von Marsala unter

1 ) D. V. (51. *) W. M. II 23G. Es scheinen dies die Gesammtverluste der

Legion an Offizieren am 21. Januar zu sein. 3 ) Nach D. V. 72 soll Menottiflu- diesen Angriff Canzio 1 Bataillon der Legion Ravelli ans seinem

Rückhalt überlassen haben. Dies dürfte nicht zutreffen. Denn Dormoyverlegt das Mitwirken der Legion Itavelli, was auch sehr wahrscheinlichist, auf den Zeitpunkt, wo die Preussen so weit gegen Fontaine vor-