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Bataillon Kumme verstärkt werden sollte, dem Oberst-LieutenantLobentbal gebührt haben, welcher bei der mittleren Kolonne, wosich ausser dem Brigade-Kommandeur schon der Führer des61. Regiments befand, keinen geeigneten Wirkungskreis hatte.
Zur Uebernahme seines Kommandos musste Major Kroseckmitten in der Nacht, nur von seinem, das zweite Pferd führendenBurschen begleitet, über das gebirgige Gelände von Bligny le Secnach Turcey reiten, und zwar auf dem Wege, der über La Rochotteführte, welcher, wie wir sehen werden, von Franktireurs besetzt war.Unbegreiflicher Weise erreichte er unangefochten seinen Be-stimmungsort. Turcey liegt in dem hier tief eingeschnittenen, mitsteilen, schluchtenreichen Thalrändern versehenen Ozethal, welchesFranktireurbanden zahlreiche Schlupfwinkel gewährte. Die Gegendmachte einen so unheimlichen Eindruck, dass die Truppen dieNacht in voller Kleidung zubrachten, zumal der Schlossherr aufBefragen dem Major v. Erckert, Kommandeur des I./21, ganz offenerklärte, dass er für die Sicherheit des Ortes nicht einstehenkönnte. Um 7 V,, noch bei völliger Dunkelheit, sammelten sichdie in Turcey untergebrachten Truppen auf dem Kirchplatz. Sobalddas Herannahen der rückwärts in Villotte über Nacht gewesenen1. und 2./21 gemeldet wurde, erhielt die zur Vorhut bestimmte3. Kompagnie den Befehl, den Marsch anzutreten, mit ihr der1. Zug 2./Dr. 11; der 2. Zug wurde mit Deckung der rechtenSeite beauftragt; an der Spitze des Hauptheils sollte die 4. Kom-pagnie folgen, während die Bagage und das 5. Feld-Lazareth nochdie letzten Vorbereitungen zum Abmarsch trafen.
Es ist früher 1 ) erwähnt worden, dass die Franktireurs von Colmarunter Commandant Braun und die Francs-tireurs du Gard zurAufklärung in der Richtung auf Sombernon vorgesandt worden waren.Angesichts von Turcey nahm Braun mit seinen 230 Franktireursauf der grossartigen Felsenmauer, welche sich fast senkrechtemporsteigend in beinahe geradliniger Richtung gleichlaufend zurStrasse in einer Entfernung von 700 m hinzieht, bei dem WeilerLa Rochotte Stellung. Die Franktireurs legten sich auf der Höhen-kante platt auf den Bauch, das Gewehr im Anschlag: sie be-lauschten die Vorbereitungen der nichts ahnenden Preussen zumAbmarsch. 2 ) Der Tag begann zu grauen. Die Vorhut-Kompagnieund die Reiterei traten den Marsch an. Mit dem gehörigen Zwischen-raum entwickelte sich die 4. Kompagnie aus den letzten Häusernvon Turcey.
0 Vgl. S. 188. - 2 ) D. V. 43.