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■wohl um das Herankommen der hinteren Treffen abzuwarten, nurzögernd und mit schwächeren Kräften. Diese Pause war für dieYertheidiger von Daix von äusserster Wichtigkeit: denn sie konntenaus den inzwischen eingetroffenen Patronenwagen des II. und P./21ihren, namentlich bei den Abtheilungen des linken Flügels bis aufdie letzte Patrone erschöpften Schiessbedarf wieder frisch ergänzen.Dies war kaum geschehen und unter dem Granatfeuer von Fontainedie Umfassung von Daix wieder besetzt, sowie zur Aufnahme derSchützen des äussersten linken Flügels unter Lieutenant v. Bentivegniein Halbzug der 7. Kompagnie unter Unteroffizier Moeck nach demaus dem Dorfe nach Norden sich erstreckenden Steindamm entsandt,als sich in der Dunkelheit das Herannahen feindlicher Schützenbemerkbar machte, mit welchen Kavelli durch die Weinberge hin-durch hauptsächlich gegen d@n nördlichen Theil der östlichen Um-fassung von Daix vorging. Zunächst kam es nicht zu einemeigentlichen Angriffe, sondern zu einem lebhaften Feuergefecht,in welches sich das Granatfeuer der Batterie Fontaine, vorzugsweisegegen denselben Dorfabschnitt, einmischte.
Es war schon völlig dunkel geworden, als Kavelli versuchte,durch entscheidenden Yorstoss Daix zu nehmen. Mit lautem Ge-schrei warfen sich seine dichten Schützenschwärme lebhaft gegendie Dorfumfassung, sowohl in der Front als gegen die linke Seiteder Yertheidiger vor. „Hauptmann v. Koschembahr, welcher anStelle des Premier-Lieutenants Grafen Prebentow die Leitung aufdiesem Flügel übernommen hatte,“ erzählt Schreiber,*) „griff zueiner kleinen Kriegslist. Als der Angreifer nämlich bis auf150 Schritt herangekommen und in der Finsterniss ungefähr zu er-kennen war, liess er hinter der Deckung immerwährend die Tamboursschlagen und Hurrah rufen und gab dann erst den Befehl zur Er-öffnung des Feuers. Der schon in Folge des Hurrahrufens schwankendgewordene Gegner wurde nun vollständig aus dem Felde hinweg-gefegt, so dass auch dieser letzte, mit grosser Bravour unternommeneVersuch zur Umgehung des Flügels völlig scheiterte.“ Bizzoni gestehtzu, dass die beiden Bataillone Ravelli unter dem furchtbaren Feuerviele Verluste erlitten, darunter gleich anfangs Major Pastoris; „aberFontaine war gerettet. Der Feind, ermüdet und durch zahlreicheVerluste geschwächt, liess allmählich in der Heftigkeit seinesAngriffs nach. Noch immer regneten die Geschosse, aber vonzuvückgehenden Bataillonen.“ 2 )
J ) Sch. 372. — 2 ) Mar. 210.