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Talant für die Nacht Unterkunft zu suchen. Sie stiessen hier, eben-falls anscheinend nichts ahnend, auf die Preussen, die sie mitlebhaftem Feuer empfingen. „Die Basken entfliehen und warfenGepäck und Flinten von sich. 1 ) ... Sie reissen die (hei Bas Talantstehenden) Abgekommenen mit sich fort und die Fluth der Flüch-tigen wälzt sich gegen die Stadt,“ die ganze Marschkolonne mit ihrempanischen Schreck ansteckend, „Garibaldi und seine Begleitungmachten vergebliche Versuche, sie aufzuhalten. Die Pferde wurdendurch einander geschleudert, der Wagen des Generals beinahe um-geworfen. Ein Sanitätswagen wurde buchstäblich über den Haufengerannt, von dieser Windsbraut von Schwächlingen, die nur dieStille der Nacht angesichts der Lichter der Stadt zum Stehenbrachte.“ 2 )
Während dieser Vorgänge, so erzählt Capitaine Bizzoni, „warenMajor Sant’ Ambrogio uud ich mit Meuotti mitten im Gewirr.Während Letzterer das Feuer zu stopfen versuchte, schoss einPreusse, der sich ihm fast auf zwei Schritte genähert hatte, aufihn und fehlte. „„Bei Gott!““ schrie Sant’ Ambrogio, „„es sindwirklich Preussen! Wenn man sie aus dem Hause würfe!““ Ge-sagt, gethan. Hoch die Bepublik! Hoch Frankreich! Hoch Italien!Hoch Garibaldi! Unter tausend Rufen stürzen Sant’ Ambrogio undich mit unseren Pferden am Zügel im Laufschritt vor, gefolgt voneinem Haufen Menschen voll besten Willens. Man kommt, ohneeiuen Schuss zu thuu, an die Thür des Hauses. Eine mörderischeSalve empfängt uns, man hört das Jammern einiger niederstürzenderLeute und das Rasseln aneinander stossender Gewehre. Wir konntennur hinein, wenn wir unsere Pferde losliessen. Endlich dringt einbraver Bursche von der Legion Tanara mit dem Rufe: Viva Gari-baaaaaldi! zuerst hinein. Im Erdgeschosse werden einige armeTeufel von Soldaten schleunigst und ziemlich unmenschlich um-gebracht. Die Salven aus den Fenstern des ersten Stockwerkswerden fortgesetzt und die Unsrigen weichen“ u. s. w. s )
Dormoy 4 ) trennt das Vorgehen der Preussen an der PariserStrasse in zwei Abschnitte: nach ihm nistete sich um 6 Uhr eineKompagnie in der Häusergruppe von La Fillotte ein; gegen 11 Uhrschlich sich ein, von einem Oberst geführtes Bataillon durch dieWeinberge von Daix nach Montoillot (?), dann von da nach derzweiten Häusergruppe . . . Von dort drang man in die zahlreichen
!) D. V. 95. — 2 ) Mario: J. Garibaldini in Francia 143. — 3 ) NachYe. Gl erfolgte die Einnahme der Häusergruppen am Russe von Talantum 7 Uhr. — *) Dor. 337.