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gebrochen, und die Kompagnie bemächtigte sich zunächst, nach-dem die in einem Hause stehende Dorfwache vom Sergeant Koppenüber den Haufen gerannt und gefangen genommen worden war,der der Umfassung nahe gelegenen Gehöfte, wobei die Widerstandleistenden Mobilisirten theils gefangen, theils mit Kolben und Ba-jonnet niedergemacht wurden. Dormoy bemerkt 1 ): „Die zwei Malso starken 2 ) Mobilisirten hätten die Preussen nur auf Gewehrlängeherankommen zu lassen brauchen, um sie, hinter ihren Mauern ge-deckt, zu vernichten. Aber sie zogen es vor, sich vor dem wildenHurrah der Pommern zu zerstreuen und Hessen ihren Comman-danten Braconnier“, der seine Leute zu sammeln und vorwärts zuführen suchte, 3 ) im Stich; er fiel tödtlich verwundet in seinerGegner Hände. „Die Preussen jagten die wirre Masse der Flüch-tigen von Haus zu Haus.“ 4 ) So gelang es dem Hauptmannv. Putlitz durch kräftiges Vordringen in einer Viertelstunde, sichin Besitz des ganzen südlichen, hoch gelegenen Dorftheils zu setzen.Man hatte die hier stehenden französischen Streitkräfte nur auf2 Kompagnien geschätzt.
Hierauf liess der bei der 2. Kompagnie anwesende Majorv. Erckert den Hauptmann Obuch mit den drei anderen Kompagniennachrücken, um den gewonnenen Dorftheil zu besetzen, und fest-zuhalten. Die 2. Kompagnie drang gegen den tieferen nördlichenTheil vor. Hier schien der Feind sich nochmals festgesetzt zuhaben und einen hartnäckigeren Widerstand leisten zu wollen.Das vermutlilich hier stehende II. Bataillon Saöne-et-Loire unterCommandant Turlier „eröffnete ein lebhaftes Feuer, welches jedochbei der herrschenden Dunkelheit vollständig wirkungslos blieb.Die Geschosse klatschten gegen die Häuser und Mauern oder flogenhoch über die Kompagnie hinweg.“ Besonders wurde das grossezweistöckige und hell erleuchtete Gebäude lästig, welches durchseine Lage an der Strassenbiegung „die schmale Dorfstrasse derLänge nach bestrich und stark besetzt zu sein schien, da zeitweiseganze Salven von dort abgegeben wurden. Die Kompagnie hättehier nur in Sektionsfront Vorgehen können und Hess daher Haupt-mann v. Putlitz, um unnöthige Verluste zu vermeiden, vorläufighalten und das Feuer gegen jenes Gebäude erwidern “ s ) Auchaus anderen Gebäuden unterhielten die Franzosen ein sehr leb-haftes Gewehrfeuer. 6 )
4 ) D. Y. 101. — 3 ) Nach L. H. 132 wären die 2 Bataillone nur un-geiälir 1200 Mann stark gewesen, was mit C. 80 in keiner Weise über-
einstimmt. — 3j Ja. II. 170. — 4 ) D. Y. 101. — 5 ) Sch. 376. — 6 ) Ber. I./21
v. 28. Febr.