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Strasse nach Langres abzuzweigen, mit dem Auftrag, beiAsnieres eine Stellung, die unter allen Umständen zu haltenwäre, zu nehmen. Mit seinen Hauptkräften wandte sich Ricciottinach Messigny. Er sprengte seiner Brigade voraus und begegneteangesichts des Dorfes dem im Zurückgehen begriffenen CommandantenGarnier, welchen er über die Verhältnisse im Dorte befragte. Daman mit Frechheit am besten sich aus der Verlegenheit zu helfenpflegt, so ging dieser sofort zum Angriff über, d. h. wohl gemerkt,mit dem Munde und, anstatt auch nur Miene zu machen, mit denGaribaldinern wieder vorzugehen, überschüttete er den Italiener mitden heftigsten Vorwürfen. „Ich empfing ihn sehr übel“, so erzählter selbst, „entrüstet, wie ich war, sehen zu müssen, dass, ungeachtetder Meldungen, die wir seit mehreren Tagen verschwendet hatten,man die wichtige Stellung von Messigny, die ich hatte aufgebenmüssen, ohne Besatzung gelassen hatte. Der Oberst fasste indessendie Sache besser an, als ich gedacht hatte; er schien mir sogarRecht zu geben; denn durch die an ihn gerichteten Worte zweifels-ohne angetrieben, warf er seine Leute tapfer zum Sturm aufMessigny und es gelang ihm, es wieder zu besetzen.“ NachDormoys Darstellung dagegen 1 ) zuckte Ricciotti mit den Achseln.„Aber dreissig Schritte weiter brach er in Lachen aus, drehte ihmden Rücken und schleuderte gegen ihn eine Anzahl Schimpfworte,wie sie Homers Helden mit einander zu wechseln pflegten.“
Ueber das feige Verhalten Garniers ist kein Wort weiter zuverlieren; wenige Tage zuvor hatte er in gleicher Weise das DorfEpagny bei der Annäherung des Füsilier-Bataillons 72. Regiments,ohne einen Schuss zu thun, verlassen und sich seitwärts in dieBüsche geschlagen. Er hielt, wie Sir John, die Vorsicht für denbesseren Theil der Tapferkeit. —
Ehe wir die Verhältnisse bei Messigny in Folge von RicciottisEingreifen weiter verfolgen, wenden wir unsere Aufmerksamkeitder 12./61 zu, welche, unter Führung des Premier-LieutenantsStolte, ihrem Aufträge gemäss von Savigny östlich der grossenStrasse vorgegangen war, das Bois de Norges durch den Schützen-zug unter Lieutenant Mosler abgesucht und vom Gegner frei ge-funden hatte. Letzterer besetzte darauf den Ost- und Südsaum desWaldes, während der 8. Zug (Lieutenant Pippart) westlich desselbenauf dem Höhenzug Stellung nahm, der sich nach der grossenStrasse zu erstreckte; der 7. Zug (Vize-Feldwebel Meyer) hielt sichals Rückhalt gedeckt in der Waldecke. Während des Vorgehens
i) D. V. 82.