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verfolgten, „wie es“, sagt Henning 1 ), „bis dabin noch Niemand zuhören Gelegenheit gehabt hatte. Die "Berge hüllten sich in weisse-Dampfwolken, als wären die alten Felder selber in Brand ge-raden und Massen von Blei schlugen in das Dorf. Auch dieBauern betheiligten sich am Gefecht und warfen, wo ihnen Waffenfehlten, wenigstens mit leeren Flaschen hinter uns her.“ Man wirdsich erinnern, dass die Francs-tireurs de Colmar eine der bestenTruppen dor Vogesenarmee waren und durehgehends aus frühergedienten Leuten bestanden. Nach Dormoy 2 ) leisteten die Preussennur so lange Widerstand, als notlrwendig war, um die Bagage in-Sicherheit zu bringen. „Aber so schnell auch ihr Bückzug sichvollzog, die Elsässer versetzten ihnen auf gute Tragweite fünf odersechs Salven. Das Ende des Zuges wurde ihnen sogar nebst denmitgeschleppten Beitreibungen wieder abgenommen.“ Jedenfallsmachte das Feuer der Elsässer mehr Lärm als Schaden: denn es-gelang der 8. Kompagnie, fast ohne Verluste den Weg bis zu demEisenbahndurchlass zurückzulegen; dort machte sie zur Aufnahmeder Nachhut Halt. Für diese gestaltete sich der Bückzug sehrviel schwieriger, da von der Barrikade zu dem nächsten, Deckunggewährenden Hause eine 300 Schritt breite, gegen die Kanalseite-freie Strecke unter dem Feuer des Gegners zurückzulegen W'ar.Durch schnellstes Durchlaufen seitens der Mannschaften einzeln,gelang es, die Deckung zu erreichen und von hier aus sprungweise-von Haus zu Haus rasch weiter zurückzukommen, trotzdem dieElsässer bereits die Brücke zu überschreiten begannen, als LieutenantStraube erst die Mitte des Dorfes erreicht hatte, und heftigdrängten. Um sich Luft zu schaffen, liess. dieser, als seine Ver-folger auf 200 Schritte herangekommen waren, plötzlich Frontmachen und Schnellfeuer in so wirksamer Weise geben, dass jene*stutzten und in den nächsten Häusern Deckung suchten. Die ge-wonnene Zeit wusste Lieutenant Straube auszunutzen: er liess einige.Verwundete zurückführen und warf sich mit den Uebrigen hinterden Eisenbahndamm, der ihm für das Zurücklegen der weiterenStrecke bis zum Eisenbahndurchlass Deckung gewährte. Von hieraus setzte die 8. Kompagnie den Bückmarsch nach Prenois fort. —■
Als Major v. Kornatzki den Befehl des Generals v. Kettler,.ihm mit den Vorposten zu folgen, nach 1 Uhr erhielt, hatten sichdie Verhältnisse vor denselben vollständig verändert.
Gegen 1 Uhr 8 ) hatte Garibaldi, der sich bekanntlich nach derStrasse von Langres begeben hatte, erfahren, dass, anstatt leichter
') H. 199. - 2 ) D. V. 144. — 3 ) Bo. 333.