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Feiglinge wären. Auf die Aufforderung, den Befehl zu widerrufen,hätte Pellissier sich auf die Zustimmung des Kriegs-Ministeriumszu seinem Vorschläge, diese Truppen zur Ausbildung auf einigeZeit nach dem Lager von Sathonay zurückzubefördern, gestützt und-die 3 Legionen 1 ) in der That abfahren lassen. Garibaldi selbstverlangte angesichts dieses Vorgangs um 12 — Nachmittags Klärungseiner Stellung mit Bezug auf Pellissier. 2 )
Aber auch nach einer anderen Richtung hin war das Ver-hältnissunmöglich geworden. Bordone hatte es nichtunterlassen,häufigmit Umgehung Pellissiers den ihm unterstellten Truppen unmittelbar,meist mündliche Befehle durch unbekannte Offiziere seines Stabes zuüberbringen. Dies hatte wiederholt zu widersprechenden Weisungengeführt. Am 24. Nachmittags fühlte sich der die 1. Legion Mobilise'sde l’Ain befehligende Lieutenant-Colonel Lequeux, nachdem er zuPlombieres einen unmittelbar aus Garibaldis Stabe erhaltenenBefehl ausgeführt hatte, veranlasst, den General Pellissier umWeisung zu bitten, wie er und seine Bataillons-Kommandeure sichkünftig in ähnlichen Fällen zu verhalten hätten. Darauf ertheiltePellissier am 25. allen seinen Legionschefs folgenden Befehl: „Ent-sprechen Sie den Befehlen, die Ihnen durch den Stab des GeneralsGaribaldi ertheilt werden, nur, wenn diese Befehle geschrieben undvon mir gegengezeichnet (vises) sind. Sie können einem geschrie-benen, nicht von mir gegengezeichueten Befehl nur gehorchen, wennderselbe die Berechtigung und die Eigenschaft eines dringendenBefehls hat, z. B. während eines Gefechts, wo ein einfaches Wortmit Bleistift genügen kann. Sie werden mich darauf vom Empfangund der Ausführung des Befehls benachrichtigen.“ 3 )
Dieser Befehl wurde Bordone durch den Kommandeur der1. Saöne-et-Loire-Legion, Colonel Pelletier, der sich schon zu Autununter Garibaldis Befehl gestellt hatte, mitgetheilt und gab Ersterem,wenngleich Pellissier zum Erlass dieser Anordnung vollständigberechtigt war, den Anlass zu den heftigsten Beschwerden beimKriegs-Ministerium. Nunmehr musste eingegriffen werden. Nochim Laufe des Nachmittags wurde Pellissier von Dijon abberufenund angewiesen, sich vorläufig nach Lyon zu begeben und dort weitereBefehle zu erwarten. Begründet wurde diese Anordnung durch denWunsch, Streitigkeiten zwischen ihm und Garibaldi, welche Ersterempeinlich sein könnten, zu vermeiden. 4 ) Die Geschäfte der Sub-division gingen an den Lieutenant-Colonel Vetault über. Garibaldi
*) Pel. 116 : 3400 Mann. — 2 ) Per. II. 755 No. 75(53. — :1 ) Pel. 89. —
4 ) Per. II 760 No. 7923.