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bis auf 2000 Schritt au Saviguy verrücken, dann aber wieder auf Dijonzurückgehen. Die gegen 6 Uhr auf Messigny, Vantoux undAsnieres vorreitenden Dragoner beobachteten die Wiederbesetzungdieser Dörfer feindlicherseits mit Posten und kleineren Trupps. Dadurch alle diese Vorgänge eine vermehrte Bewegung beim Gegnerfestgestellt war, so ordnete Kettler für den 27. das Vorsenden vonReiterstreifen kurz vor Tagesanbruch durch Major Kroseck an,während Major v. Erckert sein Bataillon bis 7 V. in Norges zu-sammenziehen sollte. Dem Ober-Kommando konnte der GeneralAbends nur melden: „Ueber die Stärke des Feindes hält es schwer,Nachrichten einzuziehen, da die Hauptkräfte desselben in Dijonstehen, wo die nähere Ermittelung nicht möglich ist.“ *)
In Mirebeau fiel nichts Wesentliches vor. Dem Major v. Schonwurde seitens des Obersten v. Willisen, unter Zutheilung der2. Schwadron 2. Reserve-Dragoner-Regiments anstatt der ’/ 2 5./Dr. 11die unausgesetzte Beobachtung der Strassen nach Chätillon, Dijonund Pontailler bei Tage und bei Nacht zur Hauptaufgabe gestellt,daneben das Vortreiben stärkerer gemischter Streifen gegen Westenund die Aufrechterhaltung der Verbindung mit General Kettler,endlich die Einrichtung von Relaislinien nach verschiedenen an-gegebenen Richtungen, durch die er täglich ihm nach seinem Stabs-quartier Döle über alle Vorkommnisse zu melden hatte. 2 )
Der 26. Januar sollte nicht vorübergehen, ohne für die Ver-hältnisse auf dem Kriegsschauplätze bei Dijon Massregeln zu zeitigen,welche einen völligen Umschwung zur Folge haben sollten. „Erstheute,“ so heisst es im Kriegstagebuche der Südarmee 3 ) unter dem26. Januar, „ging dem Ober-Kommando die Meldung zu, dassGeneral v. Kettler am 23. Dijon von Norden her zum zweiten Malevergeblich angegriffen, dass das II. Bataillon Regiments 61 hierbeidas Unglück gehabt habe, seine Fahne zu verlieren. Der Verlustder Brigade wurde als ein bedeutender angegeben. Am 21. hattedie Brigade bereits einschliesslich des Bataillons Conta 14 Offiziere,322 Mann verloren. Der Oberbefehlshaber, welcher die Wegnahmevon Dijon bis nach erfolgter Entscheidung gegen die feindlicheHauptarmee hatte verschieben wollen, hatte jetzt, wo ihm durchdie Vereinigung mit dem 14. Armeekorps ohne zu grosse eigeneSchwächung die Möglichkeit gegeben war, eine entscheidendeOperation im Auge, um die Fahne für den Fall, dasssie wirklich in die Hände des Feindes gefallen
i) Kr. A. E. III. 5.“ S. 17. — 2) Ebd. K. III. 12. — 3 ) Ebd. E. I.
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