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gallische Blut sich erhitzen wird (va s’enflammer). Wir dringeu iitPrauthoy mit dem Bajonnet eia, ohne einen Schuss zu thun. WeheDem, der diesem Befehl zuwiderhandelt! Ich mache dafür ver-antwortlich die Befehlshaber, denen ich die Unterweisungen gegebenhabe, um euch zu dieser Unternehmung, die euch Ehre machensoll, zu führen. Zwei Kompagnien des 50. Linien-Regiments wett-eifern mit uns hei diesem Angriff. Ich werde immer mitten untereuch sein, bewahrt das vollständigste Stillschweigen, damit ihr meineund eurer Führer Befehle hören könnt. Die Reiterei wird den Ortumstellen, um die Preussen an der Flucht zu verhindern, währendihr sie von Haus zu Haus unerschrocken aufsuchen werdet. WennJemand stutzt und zittert, so tödtet ihn und geht vorwärts. Ichwill, dass die 2. Brigade der Vogesenarmee den Kopf recht hochtrage und dass in allen Gegenden, durch welche sie marschirt, manvon ihr sage: Das sind Tapfre!
„Es lebe Frankreich ! Es lebe die Republik! Es lebe Garibaldi!
„Der Oberst und Kommandeur der 2. Brigade, (gez.) Lobbia.“
Nach dem Wortlaut dieses Befehls lag ihm unzweifelhaft dieAbsicht zu Grunde, die Preussen zu früher Stunde noch währenddes Schlafes zu überrumpeln. Nach Cavaniol x ) sollte dies um5 Uhr geschehen. Es standen also sechs Stunden zur Verfügung, indenen ein Weg von 10 km bis zu den Höhen südlich Prauthoy(direkte Entfernung vom Dorfe bis Leuchey nur 7 km) zurück-zulegen war. Der Marsch wurde pünktlich angetreten und gingüber Courcelles, Chatoillenot und Aubigny immerfort im Tliale desBadinbaches, war also gar nicht zu verfehlen. Wenn auch, nachCavaniol, die Glätte, der schlechte Zustand der Wege, die Ab-schüssigkeit der Abhänge (welche übrigens nur auf dem letztenTheile westlich des Boi3 de Montanson zur Sprache gekommensein kann) und die Dunkelheit der Nacht das Marschiren verzögerthaben mag, so ist es doch unbegreiflich, dass die Truppen Lobbiaserst um 6 22 südlich von Prauthoy ankamen 2 ) und dem Befehlgemäss gegen den Eingang vordrangen.
Es war noch dunkel gegen 612 früh. Der Tag begann erstzu grauen. Darum bemerkten die preussischen Doppelposten auchdie Annäherung feindlicher Massen erst spät; immerhin konnten sieim Zurückgehen noch Signalschüsse geben, während ein Mann dieWache benachrichtigte. Diese Schüsse brachten die beiden Linien-Kompagnien zum Stutzen und verleiteten sie, dem Befehle zuwider,,sich rechts und links der Strasse in die Weinberge zu werfen und
0 Cav. .‘349. — 2 ) Ebd. 347—349.