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C.G. Calwer's Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europa's ; zum Handgebrauche für Sammler / herausgegeben von Professor Dr. G. Jäger
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XVIII
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man diesen entfernt hat: man macht hier oft einen noch reicherenFang. Auch menschlichen Exkrementen wende man sein Augen- !merk zu, denn einige Onthophagus-Arten wird man selten an an-deren finden.

Auf Viehweiden achte man auf die einem winzigen Maulwurfs-häufchen gleichenden Erdaufwürfe, denn ausser Geotrupes-Artensteckt in solchen oft handtief unter der' Oberfläche der selteneCopris lunaris. Die Gattungen der Dungkäfer sind sehr zahlreichund die Arten nicht minder. Keine Schwierigkeiten im Fang bieten ;die grossen Geotrupes, Gymnopleurus, die mittelgrossen Sisyphus,Sphaeridium, Bolboceras, Onthophagus, Ouiticellus, Aphodius und jdie glänzenden Hister. Schwieriger sind die flinken Kurzdeck- fflügler der Gattungen Staphylinus, Oeypus, Homalota, Aleochara, '<Tachinus, Xantholinus, Oxytelus, Philonthus, Platystethus etc. unddie kleinen Cercyon und Monotoma-Arten zu greifen. Endlich umdie interessanten Haarflügler (Trichopteryx), die kleinsten unsererKäfer, zu gewinnen, klopft man trockenen Kuhfladen über einemweissen Bogen Papier aus und fängt die anfangs sich todtstellenden ;Thierchen, sobald sie laufen, mit einem feuchten Pinsel, an dem ;sie kleben-bleiben.

3) An Aas. Zum Aerger des Käfersammlers trifft man solches ! todte Maulwürfe ausgenommen bei uns äusserst selten an,namentlich grösseres, weshalb man am besten zur Auslegung von |todten Katzen und dergleichen selbst schreitet. Diese müssen aber jgut mit Steinen und Dornen verwahrt werden, damit die Füchse 'sie nicht fortschleppen, oder man verständigt sich mit einem Ab- ;decker. An Aas findet man die Xecrophorus-Arten, die meisten jArten von Silpha, von Kurzdeckflüglern die Gattungen Oeypus jPhilonthus, Aleochara etc., von kleineren Käfern Dermestes, Cory- ;netes, Nitidula, Hister, Omosita, Choleva. Die Aaskäfer sind >meist ziemlich flink, was die Arbeit trotz Pinzette und allem sehrmisslich macht. Eeinlicher und sehr erfolgreich ist das Eingraben |tiefer glasirter Töpfe, über die man das Aas mit Dornen und Reisigbeschwert legt: was in den Topf fällt, kann nicht mehr heraus.Die seltenen Choleva-Arten erhält man fast nur auf diese Weise.

4) Unter Sfeinen gibt es reiche Käferernte; doch ist es |ganz falsch, wenn man mit dem Aufheben von grossen schweren ;Steinen Kräfte und Zeit vergeudet, denn da findet man mehr \Ameisen, Feldmäuse etc. als Käfer; im Gegentheil sind kleinere

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