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Statuen und Obelisken, die Denkmünzen, die sie erwerben, sindprosaische Geldmünzen; nur die Ausstellungen sind ihnen soetwas wie Siegesfeste, und deren Medaillen Verdienstorden.
Dass der bayer. Landesausstellung in Nürnberg dieser festliche Charakter in hohem Masse # zukommt»ist allgemein anerkannt und voll gewürdigt worden.Ganz dem ernsten Hintergründe der Ausstellungsfreudeentsprechend ist alles Banale ferne gehalten; allent-halben herrscht jene patrizische Gediegenheit, dernichts ferner liegt, als die Effekthascherei, in welcherder seiner sozialen Stellung sich nocli nicht sicherfühlende Nouveau-riche sich gefällt. Die Devise des Ge-wandhaus-Saales, des alten Leipziger Kunsttempels: „ressevera est verum gaudium“ gilt auch für die bayer. Aus-stellung. Und dies entspricht gerade in Bayern , wo fastalle wirthschaftlichen Stände gegen einander mobil gemachthaben, Landwirtschaft gegen Handel, Arbeiter gegenUnternehmer, Handwerk gegen Industrie, Detaillisten gegenGrossisten, u. s. w., wo vielleicht schon in naher Zukunftein grosser Bauernbund und ein grosser Städtebund sichgegenüber stehen werden, dem ernsten Hintergrund derAusstellungsfeier.
Demgemäss ist bei der bayer. Landesausstellung dieAusstellung selbst, die industrielle Heerschau wirklich dieHauptsache und sie bietet Stoff genug, zur „tröstendenBeschaulichkeit. “
Freilich wird eine grössere Landesausstellung niemalsein vollständiges Bild von der Betriebsamkeit eines Landesgeben können, sondern nur ein annäherndes. Die Lückensollte der Ausstellungskatalog mit statistischen, wirth-schaftshistorischen und soziologischen Notizen ergänzen,wie dies auch bei der bayerischen Ausstellung von 1882der Fall war. Diesmal fehlen leider gerade solche Notizen