geb. 1708.)
Friedrich von Hagedorn
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Das Pferd versetzt: „mein Freund, ich seheDes Unfatl's Größe noch nicht ein;
So mancher Freund ist in der Nahe,
Und jeder wird behülstich seyn.
Die Treu erleichtert Müh' und Bürde;
Du weiß'st: wie gern ich dienen würde;So aber wohnt nicht weit von hier,
Ein ungleich stärk'rer Freund, der Stier."-—
Die Ziege hört des Hasen Klagen,
Mit angenomm'ner Traurigkeit, —
Und halt, ihm alles abzuschlagen,
Sich zu der Ausstucht schon bereit.
Sie meckert: »»dich itzt aufzunehmen,Wird jenes Schaf stch bald bequemen;
Dir ist ja seine Gutheit kund;
Mir, leider! ist der Rücken wund."" —
Er eilt durch Haide, Busch und Hecken Der Arme sticht, mit bangen Schritten,Und steht den Stier um Rettung an; Sucht und erreicht das ferne Schaf,Verspricht: „ »ich will nur frey entdecken, Das, unbewegt bei seinen Bitten,
Warum ich dir nicht helfen kann: An Furcht den Flüchtling übertraf.
Du kennst ja meiner Freundschaft Triebe; Es klagt: »»vor Feinden dich zu schützen.Jedoch die Freundschaft weicht der Liebe; Wird meine Schwache wenig nützen;
Dort läßt stch meine Schöne seh'n; Ich zitt're ja so sehr wie du;
Du muß'st zu jener Ziege geh'»!" " — Doch eile jenem Füllen zu:"" —
Dies sprach: »» wenn wir itzt Beistand hätten;
So trotzt' ich gerne der Gewalt;
Ich bin zu jung, dich zu erretten,
Und mein Herr Vetter ist zu alt;
Ich sehe schon die Hunde kommen;
Nur frischen Muth und Lauf genommen! —
Doch, — wenn der Tod uns trennen soll;
Geliebter Hänsel, fahre wohl!"" —
10. Der Bär und der Liebhaber seines Gartens.
^in unerfahr'ner Bär, voll wilder Traurigkeit,
Den in den dicksten Wald sein Eigensinn verstecket,
Vertrieb, unausgeforscht, durch Klipp' und Berg gedecket,
Wie ein Bellerophon, die Zeit.
Hier sträubt sich nun der Petz; er liebt nur diese KluftUnd meidet stets die Spur der Bären, seiner Brüder,
Mit Brummen, wälzt er sich in Felsen auf und nieder;
Sein schwaches Haupt scheut freye Luft.
Dies macht ihn ganz verwirrt; — ihm gleicht vielleicht die ZuchtDer Weisen, dunkler Art, der schweren Sonderlinge;
Die fliehen Licht und Welt und haschen WunderdingeNur nicht die Gabe der Vernunft.
D. Deutsche Buch II.
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