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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Christ. Fürchtegott Geliert.

sgeff. 1769.

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Ach,"" fängt er, zitternd, an zu schrey'n,

Laß mich, o DionyS, nicht länger glücklich seyn!""Glaub't nicht: daß, bei dem äußern Glücke,

Ein Lasterhafter glücklich ist!

Er zittert in dem Augenblicke,

Da er der Hoheit Frucht genießt.

Bei aller Herrlichkeit, stört ihn des Todes SchreckenUnd läßt ihn Nichts als theures Elend schmecken.

2. Der ct r m e Schiffer.

Ein armer Schiffer stak in SchuldenUnd klagte dem Philet sein Leid.

Hc>r," sprach er,leih't mir hundert Gulden!

Allein, zu eurer Sicherheit,

Hab' ich kein ander' Pfand als meine Redlichkeit;

Indessen leih't mir, aus Erbarmen,

Die hundert Gulden auf ein Jahr!"

Philet, ein Retter in Gefahr,

Ein Vater vieler hundert Armen,

Zählt ihm das Geld mit Freuden dar.

s,Hier," "spricht er,nimm es hin und brauch' es ohne Sorgen!Ich freue mich, daß ich dir dienen kann;

Du bist ein ordentlicher Mann;

Dem muß man, ohne Handschrift, borgen.""

Ein Jahr und noch ein Jahr verstreicht;

Kein Schiffer laßt sich wieder sehen.

Wie? sollt' er auch Phileten hintergehenUnd ein Betrüger seyn? Vielleicht!

Doch, n^n! hier kommt der Schiffer gleich.

,;Herr!" fängt er an, erfreuet euch!

Ich bin aus allen meinen Schulden;

Und seh't! hier sind zweyhundert Gulden,

Die ich durch euer Geld gewann!

Ich bitt' euch herzlich: nehm't sie an!

Ihr seid ein gar zu wack'rer Mann."

O,"" spricht Philet,ich kann mich nicht besinnen,Daß ich dir jemals Geld gelich'n,

Hier ist mein Rechnungsbuch! ich will'S zu Rathe zieh»;

Allein ich weiß eS schon: du stehest nicht darinnen.""

Der Schiffer sieht ihn an und schweigt, betroffen, still

Und kränkt sich, daß Philet das Geld nicht nehmen will.