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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Magnus Gottfried Lichtwer. fgb.ins, gst.itSZ.)

Und meldete der Sänger Chören:

Daß nun der Frühling nahe sey.

Ihr Lied dringt aus den heitern LüftenJn'S grüne Thal/ belebt die Triften.

Der Uhu horcht und ächzt dabei:

Daß er nicht aüch so fröhlich sey.

Die Ungeduld ermuntert ihn/

Sich aus dem Neste zu bemühen.

Die scheue Lerche wollte fliehen;

Sie wollte fort; als er erschien;

Doch/ war der guten Lerche bange/

So dauerte die Angst nicht lange;

Da sie/ zu ihrem Trost'/ vernahm:

Daß er in Frieden zu ihr kam.

Es schien dem Uhu zweifelöfreyDas Lerchenfleisch nicht viel zu taugen;

Er schwur/ bei seinen großen Augen/

Daß er itzt gar nicht hungrig sey.

Die Neugier''/ sprach er/dich zu fragen/Hat mich zu dir hieher getragen;

Sag' nur nur: Was die Ursach' ist/

Daß du beständig fröhlich bist?"

Monarch der Eulen/'" sagte sie/

Wer stets gesunde Tage zählet/

Und fliegen kan«/ wohin er wählet/

Wie kann Der trauern?""Fragst du wie?"Fiel ihr der Uhu in die Rede/

Du scheinst doch sonst nicht wenig blöde;

Denkst du denn niemals an den TodUnd Was dir Herbst und Winter droht?"

Ich denke"" sprach sie/wol daran;Allein der Tod ist,unvermeidlich/

Die Herbst- nnd Winterzeit noch leidlich/

Und itzt geht ja der Frühling an.

Ich leb' indessen/ nach der Lehre/

Die ich von jenem Schäfer höre/

Der dort im Grünen vor uns liegt:

Ein Weiser lebt nie mißvergnügt.""

Geh' hin/ du kleine Närrin»/ du!"

Fiel der Bescheid auS/das sind Lehre»/

Die für die Lerchen nur gehören."

Die Lerche flog dem Schäfer zu

Und schwirrte munter/ zu -er Reise: