112 Gotilieb Konrad Pfeffel. lgb.17zs.gst.1zo9.)
18. G e b e t.
Ein Eremit am Libanon, Sie knie t am ernsten Sühnaltar',
Den man als einen Heiligen verehrte, Und ein Gebet des JsaidenUnd welchen Gott zum Ostern schon, Strömt über ihre Lippen hin;
Durch himmliche Gesichte, lehrte, Und hier, wie sehr von ihr verschieden!Lag einst auf seinem Angesicht' Sitzt diese junge Städterinn; —
Und hielt andächtig Sabbatseyer. Die Freude lacht aus ihren Mienen,
EinEngelnaht.berührtseinAug».spricht: Und, mit erhitzter Emsigkeit,
„Sieh'jenes Weib im Nonnenschleyer, Wirkt sie ein buntes Feyerkleid;
Im schwarzen, här'nen Bußtalar'! Sprich! welche betet unter ihnen?"
. * .
„„Die bei'm Altar';"" erwiedert er.
„Du irrst," versetzt der Geist, „die sagt Gebete her;
Das Mädchen betet." — „„Nun auf welche Weise?""
Fragt hier der Klausner-,— „„ihre Hand
Wirkt ja, mit ärgerlichem Fleiß', ein Festgewand."" —
„Sie wirkt'S für eine arme Waise;" —
Der Herold Gottes sprach es und — verschwand.
19. I b r a h i m.
Pfeffel an feinen Sohn Karl 178-t-
Eh' Ferdinand, mit frommer Wuth, Doch plötzlich rief ein MütterleinDie Mauren Don sich stieß, Den ed'len Greis hinaus.
Floß Om ar's junges Heldenblut, Er schloß, um unentdeckt zu seyn,
Durch Gußmann'ö Ritterspieß. Den Gast in'S Gartenhaus.
Aus Furcht vor Rache, reich und groß ES wurde Mitternacht; es kamWar dieser Sarazen, — Der neue Gastfreund nicht.
Floh Guß mann und blieb athemlos Nun kommt er; aber bleicher GramVor einem Garten steh n. Entstellet sein Gesicht.
Hoch war die Mauer; doch er schwang Den Du erschlugst, grausamer Christ,Sich, wie ein Pfeil, hinein Sprach er, - „Der war mein Sohn.
Und traf in einem Bogengang' Wie süß auch Rache; — süßer istDen Hcrc'n des Gut's allein. Gebalt'n^r Treue Lohn.
Er fleht um Schuh. Mit seinem Stab' Fleuch! vor der Gartenthür« stehtSchlägt Emir Ibrahim, Mein bestes Pferd; man sucht
Voll Ernst, itzt eine Pfirsich' ab Dich an der See; fleuch nach Toled',
Und theilet sie mit ihm. Gott schütze deine Flucht!" —
Nimm bin! sprach er; du bistmeinGast; Siehst du im Greis'den halben Gott?Dies ist des Schutzes Pfand, Wer wohlthut seinem Feind',
Den du von mir zu hoffen hast; Mein Sohn, wär er ein Hottentott;
Und reich't ihm seine Hand. So ist er Gottes Freund.