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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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130
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Christian Friedrich Dämel Schubact.

fge». t'ZS.

z. Der Jüngling von Nain.

Traurigkeit verloren/Schau'/ sich're Tugend/ heutVor Nain'S kleinen ThorenEin Bild der Eitelkeit!

Dort sinkt die Wittwe niederUnd ächzt um ihren Sohn.O/ singe Leichcnlieder,,

Im tiefsten Klageton'!

Den einzigen der SöhneDeckt/ stumm/ die Bahre zu/Und seiner Mutter ThräneGeleitet ihn zur Ruh'.

Jedpch, genug geweinet!Weib/ trock'ne dein Gesicht!Der Menschenfreund erscheinetUnd ruft:Weib/ weine nicht!"

Du aber, Jüngling/ höre/Von tiefem Ernst' erfüllt/

Dom Todten diese Lehre:

Ich war dein Ebenbild."Erheb' an seinem GrabeDas bange Klaggeschrey:

So ist denn auch der KnabeNicht vor dem Tode frey?''

Nein, Männer, Greise, KinderSind Asche, Sand und Staub;Denn sie sind Alle SünderUnd meist der Lüge Raub.

Vom Kleinen bis zum GroßenHerrscht Tod und Krankheit hier.Heut' blühen wir, wie Rosen,

Und morgen welken wir.

Der Frühling meiner JahreIst «ine eit'le Pracht.

Vielleicht wird schon die BahreFür meinen Leib gemacht.

Nun denn! in Gottes WillenErgeb' ich meinen Sinn.

Ich will sie gerne füllen;

Wenn nur ich seelig bin.

Ja, Gott, der Buße Schmerze»Erfüllen ganz mich heut';

Reiß' doch aus meinem HerzenDas Bild der Eitelkeit!

Entzünd' in mir die TugendUnd, ach! gedenke nichtDer Sünden meiner Jugend,

In deinem Zorngericht'!

Willst du den Körper stärken;So thu' es immerhin!

Daß ich mit guten WerkenDem Lande nützlich bin.

Doch) wenn mein frühes EndeDein Wille, Gott, beschleußt;So nimm in deine HändeAuch meinen Blüthengeist!