August Friedrich Ernst Langbein.
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Wir dürfen uns derKunst nicht schämen.Die uns ein freyes Volk gelehrt,Das wederHaß noch Neid noch GrämenIn seiner ew'gen Freude stört.
Nur solchen heitern Seelen glücketEin munt'res Liedchen ohne Zwang;Denn selbst nicht jeden Vogel schmücketDer Liedergabe Himinelsklang.
Des WaldeSFürst, derUar, beschenket,TrotzSonenflug, uns nicht mitSang',Und alles Raubgeflügel denketStockstill aufNichtS als guten Fang.
' steil,
AnchMenschen, die nach Schätzen trach-Sind stum und grämlich;wen man singt;Sie pflegen Alles zu verachten,
Was nicht, wicGold undSilber,klingt.
Doch, Wer zu seines Lebens SchätzenDen Frohsinn und die Freude macht,Den wird gewiß ein Lied ergötzen;
Hat er sein Tagewerk vollbracht.
Z. Der Wegstreit.
^tolz saß ein Herr, von Dessen Witz' Vor ihnen, Kopf an Kopf, ein Bauer,Die Leute nicht viel Gutes sagen, Beladen mit zwey Schöpsen, stehn.Auf seiner Sänfte Polstersitz' . Blitz, rief er aus, ich sollte meinen:
Und ließ sich von Heiducken tragen. Ihr großen Hänse, wichet mir;
Sie schrie'» gebiet'risch: vorgeseh'n! Denn ich bin mehk bepackt, als ihr;Und dennoch blieb, wie eine Mauer, Ich trage Zwey und ihr nur Einen.
4. Das Gesetzbuch.
^7s war einmal ein Grübelkopf,
Der immer schalt und muckteUnd gern in jeden Küchentopfx Mit langem Halse guckte.
Er wußte weder Gicks noch GacksVon Haue- und Wirthschaftsachen,Und doch war Nichts dem MeisterStax,Nach seinem Sinn', zu machen.
D'rum schrieb er, nach Regentenakt,Ein Buch, voll Hausgesetze. —Da, Weibchen! sprach er, das erspartUns künftig viel' Geschwatze.
Befolge, Was dies Werk gebeut!Thu' weder mehr noch minder!
Dann leben wir in EinigkeitWie herzensgute Kinder. —
Ach,- seufzte sie,- Das werde wahr!An mir soll'ö nimmer fehlen.
Ich will die Körnchen Salz sogar,Nach deiner Vorschrift, zählen. —
Nun ging der Queerkopf über LandEinst mit Madam zu Schmause;
Sie stolperten durch Moos und Sand,Bei Sterneulicht', nach Hause.
Da stürzt er zwischen Rohr und Schilf,Berauscht vom sc*ßen Weine. —
Ach, Liebchen, riefer, komm' und hilfMir wieder auf die Beine! --
D. Deutsckic Buch II-
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