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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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h. 8. Flacius. Baronius.

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deskirchen. Sonach muß jede Periode aus ihr selbst heraus ihre Anordnunggestalten, nach dem alleinigen Gesetze, daß ein treues und anschaulichesBild eines jeden Zeitalters in allen seinen kirchlichen Beziehungen entstehe.

Cap. II. Allgemeine Literatur.

üläudtin, Gesch. u. Lit. d. KGesch. Hann. 827. Vcttir jS. 1). Eilgelhiirdk, kir-chengesch. Lit. v. 1825-50. jZts. f. hist. Th. 851. H. 2. 852. H. 1.4. 85S. H. I.j8. 8. Die Kirchengeschichte als Polemik und als Quellenkunde.

Eine allgemeine Kirchengeschichte konnte erst entstehn, als die Kirche^lbst zur allgemeinen Völkerfamilie gewordenwar, und siecntstand, als inser Kirchenspaltung die neu hervortretende Kirche das Bedürfniß fühlte,das kirchliche Alterthum für sich anzurufen und die historischen Grund-lagen der römischen Kirche zu erschüttern. Zu diesem Zwecke gab Mat-thias Flacius Jllyricus die Magdeburger Centurien heraus/) eingemeinsames Unternehmen protestantischer Wissenschaft, ausgezeichnetdurch reiche Quellen-Studien und -Auszüge, durch eine Kritik, die nichtsVergangenes zu achten brauchte, und durch leidenschaftliche Polemik.Der katholischen Kirche war wenig damit geholfen, die Centurien zu wi-derlegen, man mußte sie ersetzen und überbieten. Hiermit beauftragt schriebCäsar Baronius seine Annalen/) deren Urkundenschatz er, scharf-sinnig und begeistert für römische Weltherrschaft, aus den Archiven desPapstthums ausgewählt hat. Beide Schriftwerke find einig in der An-erkennung der alten Kirche und ihres Dogma, beide in der Betrachtungder Kirchengeschichte als eines Kampfes zwischen Christus und Satan: -aber nach Baronius hat Christus sein Schifflein, wenn auch zu Zeitenschlummernd, durch alle Stürme unverletzt hindurchgefühlt, nach Flaciushat derAntichrist mitten in der römischen Kirche seinen Herrscberstuhl auf-gerichtet. In der lutherischen Kirche erschienen über ein Jhh. nur Lehr-bücher aus den Centurien und stoffärmere Fortsetzungen im Geiste der-selben. In der reformirten Kirche haben sich gründliche Studien mehr aufeinzelne Abschnitte gewandt, um einzelne Behauptungen des Katholicis-mus zu vernichten. I. H. Hottin ger wünschte seiner Kirche eine denCenturien ähnliche Parteischrift zu erwerben/) die jedoch, mit Ausnahmeder orientalischen und helvetischen Kirche, auf beschränkter Quellenkunderuht und vieles Fremdartige einmischt. Spanheims Geschichte^) ist

er) Lool. Historik, intsZisin Lcolssise 6Ir. läosill coinxleotons, conxosts per»li^not stuäiosos st xios viros in nrdo Nsßäotrnißic». Lss. 559-74. 13 jCentu.rien) 1. k. Neue A. v. Baumgarten u. Semlcr. Nürnb. 757-05. 4. b. z. 0. B. Übrs.Jena 500. hrsg. v. G. Münnich. Hamb. 856. B. I. k>) ^irnsles soolesisstioi » 6.n. s. 1198. Low. 588-607. 12 1.1. >,. o. e) klistoris oool. ki. 1. lix. 651-07. 9 1. b. Ende d. 16. Jhh. Der 9. B. v. I. I. Hottinger. dem Sohne. Knurrn».