28 Alle Kirchengesch. 1. Per. 1. Abschn. b. z. I. 100.
Die Versprengung der Gemeinde durch die erste Verfolgung war derAnfang ihrer Verbreitung. DieQuellen der synoptischen Evangelien deu-ten aufGemeinden am galiläischen See. Durch die Wallfahrer nach Jeru-salem konnte die Kunde von Christus in alle Synagogen des römischenReichs gelangen ; doch ist nur ein geringer Theil der jüdischen Bevölkerungchristlich geworden. Das jüdische Gesetz ward unverbrüchlich gehalten.Indem die Apostel sich an die nationale Seite der Erscheinung Christihielten, galt das Christenthum als ein vollendetes Judenthum, dessenHoffnungen theils erfüllt, theils der Erfüllung nahe waren, und konntenur als solches in Palästina Anerkennung finden. So dem Judenthumscheinbar gleich, trug es doch unbewußt einen Geist in sich. dessen religiöseInnerlichkeit und sittliche Energie groß genug war die Welt umzugestal-ten. Am Pharisäismus fand es den Glaubenseifer und die Geneigtheitan die Auferstehung Jesu zu glauben. amEssenismus die religiöse Innig-keit zur Befreundung vor. Bei theilweiser Verwandtschaft ist wahrschein-lich und nach Zeugnissen seit der Mitte des 2. Jhh. gewiß, daß durch denZutritt von Essenern auch ein Judenchristenthum essenischer Färbung frühentstand : aber bei der offenen volksmäßigen Verkündigung des Evange-liums und bei der Schwierigkeit des Übertrittes für Mitglieder eines strengabgeschloßnen Bundes kann dieser Übertritt erst nach Zersprengung deressenischen Niederlassungen bei der Verwüstung des jüdischen Landes ge-schehn sein; das Urchristenthum ist nicht vorherrschend essenisch gewesen.DerGlaubean seine Bestimmung für die Menschheit meinte die allgemeineAnname des Gesetzes als nothwendigen Durchgangspunkt. Nach demBerichte des Lukas s^.ota 10-11,18) konnte sich Petrus nur durch einegöttlich geachtete Offenbarung zurTaufe eines Proselyten des Thores ent-schließen und dieselbe rechtfertigen. Allein da die Kirche ihre Segnungennicht wol theilen konnte, forderten die strengeren Judenchristen, daß die ge-tauften Proselyten nachfolgend beschnitten würden.
H. 28. Paulus.
>t> kssrson, -virilstes ksiit. Hst. 718. V.UsIözr, Ikorsoksat. I-oiut. 798. Übts. v.Henke. Helmst. 797. I. hemsen, d. Ap. P. Gött. 838. idholurk, Lebensumständc. Cha-rakter u. Sprache d. P. jStnd.u. Kilt. 835. H. 2.)—L. C.Vaur, Paulus. Stuttg. 845.y. Lang, rej. Charaktere. Winterth. 882. B. I. A. Hausrath, d. Ap. P. Hdlb. 865. M.Urenkel, P. Ap. d. Heiden. Lpz. 869. — I. ä. Wurm, Zeitdest. im Leben d. P. sTüb.Zts. 833. H. I.j —L. Ulieri, P. LBegr. Ziir. 824. 6. A. 851. G. psteiderer, t>. Pan-linismus. Lpz. 873.
Die Entfaltung des Christenthums zur geistigen Weltreligion ent-schied sich durch Sau!, nach römischer Form Paulus genannt. Nicht alswenn er den Gedanken einer Ablösung vom Judenthum erfunden hätte,den das Wort Jesu noch verschlossen in sich trug. Hellenisten aus Cyprusbaben in Antiochien den Griechen das Evangelium gepredigt?) undSte-phanus hat die Anklage nicht zurückgewiesen, daß Jesus gekommen sei.den Tempel zu lösen und das Gesetz umzuwandeln?) Aber Paulus hat
a)-teta 11. 28-22. b)6, 13 s. ch 6--!. 1, 15 s. 1 <7or. 9, 1. 15, 8.