88 Alte Kirchengesch. 1. Per. 2. Abschn. I. 100—313.
ist gekommen, das Geheimniß des Weltzusammenhangszu offenbaren unddie Mittel der Befreiung zu sichern. Daher nur in seinen Schriften dievolle Wahrheit. Das Ende wird sein die gänzliche Scheidung des Lichtsaus der Finsterniß, deren Gewalten dann wieder im Gefühl ihrer Ohn-macht gegen das Licht einander selbst anfallen. Die manichäischeGegen-kirche bestand unter einem Stellvertreter Manis, 12 Aposteln und 72 Bi-schöfen aus einer Classe der Vollkommenen selsoti, psrksotif.die allein denSinn der Geheimnisse kannten, und aus einer Classe der Katechumenensauäitorssf, welche meist in mythischen Allegorien über Neligions- undNatur-Philosophie belehrt wurde» und für ihre Theilname an den Ge-schäften und Freuden des Lebens durch die Fürbitte der VollkommenenAblaß erhielten. Denn nur diese unterzogen sich den strengen Pflichtender Entsagung ssiAnaouIunr oris, irrairunin st sinuss und wurden vonjenen mit Pflanzenkost, vornehmlich mit Oliven ernährt. Ihre Natur-anschauung forderte eine Öltaufe und hat in einigen Gemeinden einegraunvolle Mischung der Bestandtheile des Abendmahls veranlaßt. DerCultus der Hörenden war einfach, der Sonntag Fasttag, Manis Todestagdas große Kirchenfest desLehrfluhls . Die Manichäer im 4. Ihh.
noch im Wachsen, verbreiteten sich durch Asien, Afrika, Sicilien und Ita-lien ; im Abendland erscheint doch die hierarchische Form weniger ausge-bildet und das mythisch Parsische zurückgetreten. Das Versprechen einerLösung aller Geheimnisse und einer Erhebung über die Gegensätze, welchedie Welt zerrissen, konnte auch edle Gemüther anlocken. Aber schon alsPersische Secte von heidnischen Kaisern mit Feuer und Schwert verfolgt,zum Theil auch durch Erhebung über alles Äußerliche in unsittliche Gleich-gültigkeit versunken, erlagen sie im 7. Ihh. dem gleichen Hasse des Parsis-mus,derKircheund des Islam. DochhattensienochimlO.JHH. einOber-haupt in Samarkand und bis ins Mittelalter ziehen sich Spuren eines ge-heimen, vereinsamten Manichäismus.
§. 63.1. Die asiatisch-römische Schule.
Im Kampfe vornehmlich gegen die Gnostiker erwuchs eine christlicheTheologie, welche die überkommenen Grundlagen des Christenthums alsdas Gemeinsame festzuhalten und seine praktischen Beziehungen wissen-schaftlich aufzufassen strebte, daher nur mit Kenntnißname der Philoso-phie das historisch Überlieferte und volksmäßig Verständliche für das wahr-haft Christliche achtete. Jrenäus hat dieseRichtung nach dem Abend-lande gebracht, ein Jünger des Polykarpus, in Folge des Verkehrs zwi-schen Asien und den neubegründeten Gemeinden am Rhone Presbyterin Lyon, als solcher durch eine Friedenssendung an den Bischof Eleuthe-rus s176-190j inRom^) dem Blutbade unter MarcAurel entzogen, hater als Nachfolger des neunzigjährigen Märtyrer-Bischofs Pothinus, dieverstörte Gemeinde wieder aufgerichtet; sein eignes Märtyrerthum sum
a) Lus, II. ecc. 5, 6.