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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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104 Alte Kirchengesch. 1. Per. 2, Abschn. I. 100313.

gange des römischen Weltreichs und nach kurzer Herrschaft des Antichrist,des wiederkehrenden Muttermörders, der wiederkehrende Christus grün-den werde, seinem Wesen nach irdisch, wennschon die Bilder sinnlicher Lustzugleich Sinnbilder religiöser Seligkeit/) Die vor der Erfüllung in TreueHinsterbenden getrösteten sich des Privilegiums ihrer Auferweckung zudiesem Reiche. Die ganze Kirche hat solchen Glauben gehegt/) bis erdurch eine das gemeinsam Kirchliche überspannende Partei stz.70s verdäch-tigt und durch eine Schule, die es ernsthaft mit dem alleinigen Werthegeistiger Güter nam sh. 65s, bekämpft wurde. Doch erst als an die Stelledes vergeblich erwarteten plötzlich wunderbaren Umsturzes die lange Er-fahrung der geschichtlichen Macht des Christenthums trat, und mindestensder Klerus sein irdisches Reich schon anbrechen sah, ist der alte kirchlicheVolksglaube einzelnen Schwärmern überlassen worden/)

K. 68. Der heilige Antonius.

Lttranasins, Vita 8 . ^ntonii. sls II. p. 456.s 8020 m, II. «cc.I, 13. Wovon, Oa-tal. e. 88 . Dgg. h. Weingarten, Urspr. d. Mönchtums. I. sZts. f. KGesch. 876. H. I.sDas religiös Geniale und dämonisch Phantastische ist doch nicht unvereinbar, Athanasiuswenigstens durch Gregor Naz. u. Synesius bezeugt; kam die Kunde dieser Tendenzschrifterst nach 385 an denRhetorAugustin, so hatte der damals auch noch nichtsvondem Klostervor den Mauern Mailands gehört. Ooaksss. 8 , 15.

In Ägypten lebten die strengern Asketen als Einsiedler, doch währenddes 3.JHH. insgemein jeder in der Nähe seiner Heimath, Elias und Jo-hannes ihre Vorfahren, Therapeuten und Serapionsmönche ihre Lands-leute, das Brechen des Christenthums mit der Welt führte folgerecht zumgänzlichen Zurückziehn aus derWelt. Diese Lebensweise erhielt durchAn-tonius feste Gestalt. Ein Jüngling, durch der Ältern frühen Tod unab-hängig und reich, vernam er einst das Wort des Herrn zum reichen Jüngling.Diese Gottesstimme entschied über seinLeben. Er schenkte seine Güter denArmen sinn 270s, und zog sich in ein Grabmal, dann in ein verfallenes Ca-stell des Gebirgs zurück, um einen furchtbaren Kampf gegen sich selbst alseinen Kampf gegen den Satan zu kämpfen, der bald als reizendes Weib,bald in Gestalt von Bestien und Ungeheuern ihn ängstete. Freunde, diehalbjährig ihm Nahrung brachten, hörten sein wildes Geschrei, oder fandenihn ohnmächtig niedergeworfen. Die Kunde von der Christenverfolzungs311s lockte ihn aus seiner Einsamkeit. Verwundert sahn die Alexan-driner den Mann der Wüste. Er stärkte die Bekenner vor Gericht, dienteden Gefangenen, den Märtyrertod fand er nicht. Seitdem verbreitere sichsein Ruhm, seine Jünger bevölkerten die Einöde, er gebot ihnen Gebetund Handarbeit für ihren Unterhalt und für die Armen. Er selbst durch-wachte viele Nächte, nur Brot und Salz, oft erst am dritten Tage undverschämt, daß ein unsterblicher Geist dies bedürfe. Er war ungelehrt,doch reichen Geistes, und durch den Dienst des größten Königs über alle

r Äpoo. 26. Iren, 5, 33, 3. s) kaxiasc l 8 ns, L. soc. 3, 39. Instin, c. 'Irvpv. e. 86 .Iron, 5, 31 s. tj sTorrodij Krit. Gesch. d. Chiliasm. sFrkf. 781 ff.s Zür. 794. 4 B.Wiuischer, b. L. v. tausendj. Reitb in d. 3 ersten Jhh. jHenkes Mag. B. VI. St. 2.s